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02.05.2003
Bericht zum Flüchtlingsheim - Leiterin berichtet in Stadtvertretung über Heim in Friedland


Von unserem Redaktionsmitglied Angela Kuboth

Friedland. Das Steuer, mit dem Bürgermeister Wilfried Block (parteilos), in den nächsten neun Jahren das Boot Stadtverwaltung lenken soll, bekam er auf der jüngsten Stadtvertretersitzung von der CDU-Fraktion. Sie gratulierte damit zur Wiederwahl am vorigen Sonntag. Mit Kapitänsmütze und Fernrohr (für die Weitsicht) ausgerüstet, nahm Block sichtlich überrascht am Beginn der Sitzung die roten Nelken der SPD, den Strauß der Frauenliste und - aus den Händen des Gegenkandidaten und Stadtvertreters Frank Nieswandt - von der PDS eine Wüstenblume entgegen. Sie trage erste Blüten, die sich vermehren könnten, sagte Nieswandt mit Blick auf die Stadtentwicklung. Block, der seinem "Gegenspieler" einen fairen Wahlkampf bescheinigte, betonte, dass das Boot nur voran komme, wenn alle mit darin säßen.

Als Gast hatten die Stadtvertreter am Mittwochabend die Leiterin des Asylbewerberheims, Karin Studt, eingeladen. Sie berichtete von der Schließung des kleinen Heimes, so dass Friedland jetzt nur noch über ein Haus mit rund 100 Plätzen verfüge. Diese seien derzeit auch fast ausgelastet. Die stärkste Gruppe Ausländer bildeten die Türken, gefolgt von Iranern/Irakern und Armeniern, Jugoslawen und Afrikanern. Sie spüre eine relativ große Akzeptanz unter den Friedländern, vor allem schätze sie die gute Zusammenarbeit mit den Schulen, so die Leiterin. Mit den Kitas - alle Kinder aus dem Heim haben das Recht auf ein Vorschuljahr - gebe es Nachholebedarf. Hilfe benötigen die Heimbewohner vor allem in Alltagsfragen. So werden für Babys dringend Bekleidung und Betten gesucht. Seit kurzem gebe es im Heim einen Sportraum.

Lange Bearbeitungsfrist

Bisher sei die angekündigte Einstellung weiterer Mitarbeiter bei Verwaltungsgerichten noch nicht spürbar, sagte Karin Studt auf die Frage von Volker Henkel (PDS), wie es um die Asylanträge stehe. Für eine Familie, die seit mehr als zehn Jahren im Heim lebt, gebe es jetzt eine Aufenthaltsbefugnis. Das sei vor allem für die jetzt 16 und 18 Jahre alten Töchter eine Erleichterung, die sich beruflich orientieren wollen. Derzeit leben noch fünf Asylbewerber im Heim, die länger als sieben Jahre in Deutschland sind.

Nordkurier-Neubrandenburg

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