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02.05.2003
Erfolgreiche Integration von jungen Aussiedlern in Greifswald - Kinderschutzbund betreut Jugendliche im "Bel Air"
Schönwalde I (OZ) Olga zuckt mit den Schultern. "Heimweh hat jeder", sagt die junge Aussiedlerin, die vor neun Jahren mit ihrer Familie aus Sibirien nach Greifswald kam. Am Anfang sei es "sehr schwer" für sie gewesen, aber inzwischen fühle sie sich in der Hansestadt wohl. Dass das so ist, daran hat der Deutsche Kinderschutzbund, Ortsverband Greifswald, großen Anteil. Denn dieser betreut junge Aussiedler im Jugendclub "Bel Air". "Wir sind von Anfang an hier gut aufgenommen worden", erinnert sich Olga.
Seit vier Jahren kommt die 18-Jährige fast täglich in die Einrichtung im Mendelejewweg, trifft dort Freunde und Bekannte. Es sind Aussiedler und gebürtige Greifswalder. "Es hat nie ernsthafte Konflikte gegeben", sagt Wolfgang Maaß, Sozialarbeiter beim Deutschen Kinderschutzbund. Vor fünf Jahren ergriff er die Initiative und begann mit der Integrationsarbeit von jungen Aussiedlern im "Bel Air". Sein Fazit: "Es gibt keine Barrieren mehr zwischen den einzelnen Gruppen. Die Jugendlichen sprechen inzwischen eine Sprache." Sie nutzen nicht nur gemeinsam Angebote, wie Eislaufen und Schwimmen, sondern spielen miteinander Billard und helfen sich gegenseitig bei den Hausaufgaben. Maaß und seine Frau Heidi, ebenfalls Sozialarbeiterin beim Deutschen Kinderschutzbund, erzählen von einem weiteren Beispiel, das zeigt, wie gut das Miteinander funktioniert: "Bei der Abschlussveranstaltung anlässlich des zehnjährigen Bestehens des ,Bel Airs' haben die Aussiedler russische Tänze vor über 100 Leuten aufgeführt. Die Stimmung war großartig", so Wolfgang Maaß. Solche Erlebnisse würden dazu beitragen, dass sich die Aussiedler akzeptiert fühlten: "Sie sind in einer schwierigen Situation", sagt Maaß. "Die meisten wollten nicht nach Deutschland, wurden aber aus ihrem heimischen Umfeld herausgerissen." Das hätte häufig zur Folge, dass sie sich zunächst vehement gegen das Neue wehrten und sich zum Beispiel weigerten, deutsch zu sprechen.
Im "Bel Air" treffen sie mit Wolfgang Maaß und seiner Frau jedoch auf Menschen, mit denen sie ihre Probleme bereden können - und dieses tun sie auch. Bis zu 28 Aussiedler kamen zwischenzeitlich in den Jugendclub in Schönwalde I, momentan sind es etwa 13 im Alter von 13 bis 23 Jahren. "Die Fluktuation ist hoch. Viele verlassen Greifswald, weil sie hier keine Perspektive sehen", weiß Maaß aus Erfahrung. Bei Olga ist das anders: Sie macht momentan ihren Hauptschulabschluss und möchte anschließend in Greifswald als Kinderpflegerin arbeiten.
KERSTIN HEBELER
Ostseezeitung-Greifswald
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