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02.05.2003
3500 Bombodrom-Gegner demostrieren in Mirow - Bundestagsmitglieder sagen Unterstützung zu - BUND bereitet Klage gegen Bombenabwurfplatz vor
Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Nieswandt
Mirow. Düsenjägerlärm ließ gestern Nachmittag Leute am Mirower See ängstlich in den Himmel blicken - dort kam der Lärm aber nicht her, sondern aus einer großen Lautsprecheranlage, die bei der 2. Wasserdemo am Mirower See einen "Vorgeschmack" auf den Lärm verbreitete, der die Region erwartet, wenn das Bombodrom in Betrieb geht. Mehr als 3500 Teilnehmer an der diesjährigen Wasserdemo zählte die Polizei, das waren 1000 mehr als bei der ersten Auflage im vergangenen Jahr.
Corinna Cwielag vom BUND Mecklenburg-Vorpommern berichtete gestern, dass die Bombodrom-Gegner jetzt von diesem Naturschutzbund Unterstützung erhält. "Wir bereiten gegenwärtig eine Klage gegen die Genehmigung des geplanten Bombenabwurfplatzes vor. Die geplanten Tiefanflüge auf diesen Platz stellen vorgesehene FFH- und bestehende Vogelschutzgebiete in Frage", erläuterte Corinna Cwielag. Es wären aber nicht nur Düsenjäger für Vögel eine Gefahr. "Wir erhielten Kenntnis von einem Schreiben, nachdem die Nachtflug-Korridore verlegt wurden, weil am Ostufer der Müritz die Bestandsdichte der Vögel sehr hoch ist. Wir werden diese Kenntnis für unsere Klage verwenden", erklärte die BUND-Vertreterin.
Wirtschaft formiert sich
Das Bombodrom hätte aber auch enorme wirtschaftliche Auswirkungen auf die Region, weil sie den Tourismus gefährde. Das betonten sowohl der Mirower Bürgermeister Norbert Pape (CDU), der CDU-Landtagsabgeordnete Wolf-Dieter Ringguth als auch Hartwig Grählert von der sich gerade formierenden Allianz "Unternehmer contra Bombodrom". "Wenn in einem Papier des Bundesvertreidigungsministeriums davon die Rede ist, dass das Bombodrom keine Auswirkungen auf den Tourismus hat, muss das als glatte Lüge betrachtet werden", sagte er unter dem Beifall der Anwesenden.
Rückenstärkung erhoffen sich die Aktionsgemeinschaft "Freier Himmel" und die "Interessenvertretung der Wassersportler der Region" als Organisatoren der Wasserdemo auch von den drei anwesenden Bundestagsmitglieder. Cornelia Behm (Bündnis 90/Die Grünen) sicherte zu, das Thema Bombodrom immer wieder auf die Tagesordnung des Koalitionsausschusses zu bringen. Werner Kuhn (CDU) will sich dafür engagieren, dass die "Unternehmer contra Allianz" einen Gesprächstermin beim Bundeswirtschaftsminister erhalten. Und Eberhard Otto (FDP) will dafür sorgen, dass der "Freie Himmel" in das Bundestagspräsidium eingeladen wird.
Der starke Wind am Mirower See sorgte während der Wasserdemo für einen freien Himmel und der wiederum für Zuversicht bei den Anwesenden. Kritisiert wurde erneut, dass weder die Neustrelitzer Landrätin noch der Warener Landrat den Weg nach Mirow fanden.
Nordkurier-Neustrelitz
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