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28.04.2003
Land plädiert für Flüchtlingsheim in Wolgast - In dieser Woche soll Kreis die offizielle Empfehlung erhalten - Kostenfrage entscheidend
Von unserem Redaktionsmitglied Siegfried Denzel
Wolgast/Ostvorpommern. Voraussichtlich im Laufe dieser Woche wird sich das Landesamt für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten offiziell für das frühere Verwaltungsgebäude der Wolgaster Peenewerft als neues Asylbewerberheim des Kreises aussprechen. Gegenüber der ebenfalls lange diskutierten Umnutzung der ehemaligen Kriegsschule in Anklam geben die deutlich niedrigeren Sanierungskosten den Ausschlag für Wolgast, verlautete aus Kreisen der Landesregierung: Werden für die Instandsetzung der von zwei Großbränden stark in Mitleidenschaft gezogenen Kriegsschule rund 2,1 Millionen Euro veranschlagt, soll für das einstige Verwaltungsgebäude der Werft etwa die Hälfte der Summe ausreichen.
Dass Ostvorpommern der offiziell nur als Empfehlung dienenden Wirtschaftlichkeitsberechnung des Landesamtes folgen will, hatte Vize-Landrat Armin Schönfelder bereits Mitte des Monats vor dem Sozialausschuss des Kreistages deutlich gemacht - denn das Land bezahlt nur die preisgünstigste Lösung; würde sich der Kreis dagegen für den Anklamer Standort entscheiden, müsste er den Differenzbetrag aus eigener Kasse aufbringen.
Unterdessen gerät Ostvorpommern zunehmend unter Termindruck: So gilt es angesichts der noch ausstehenden Beschlüsse und Ausschreibungen als praktisch unmöglich, den früheren Verwaltungsbau bis zum Jahresende als Domizil für 150 Asylbewerber herzurichten. Wie berichtet, laufen im Dezember die Betriebsgenehmigungen für die beiden bisherigen Heime in Garz sowie in der alten Möbelfabrik in Anklam aus. Sollte abzusehen sein, dass sich die Instandsetzungs-Arbeiten an dem Werft-Gebäude bis ins Jahr 2004 erstrecken, werde das Land einen eventuellen Antrag Ostvorpommerns "auf Gewährung einer Übergangsfrist zielführend prüfen", hieß es. Eine Alternative dazu wäre, die auslaufenden Heime allmählich frei zu ziehen und die Kapazität des verbleibenden Heims im früheren "Hotel Anklam" in der Kreisstadt vorübergehend aufzustocken.
Nordkurier-Usedom
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