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28.04.2003
Rostock zeigte Flagge - Brauner Aufmarsch von hunderten Gegnern gestoppt
 | Vor dem Gewerkschaftshaus kam bei einer Sitzblockade zu Handgreiflichkeiten zwischen Demonstranten und der Polizei. Ein Beamter wurde verletzt. |
Stadtmitte (OZ) Hunderte Demonstranten stoppten am Sonnabend den Aufmarsch von rund 150 Neonazis. An verschiedenen Orten in der Innenstadt hatten sich junge und alte Hansestädter versammelt, um Flagge gegen Rechts zu zeigen.
An der Friedenseiche trafen sich bereits am Vormittag Dutzende, um sich zum genehmigten "Trauermarsch" der Nazis am offenen Mikrofon der Bürgerinitiative "Bunt statt Braun" zu äußern. Sie alle traten für eine weltoffene Hansestadt ein - ebenso wie die Menschen, die sich später auf dem Universitätsplatz versammelten. Dort wollte die "Aktionsgruppe Rostock" mit ihren Anhängern in Erinnerung an die alliierten Bombenangriffe auf Rostock von 1942 entlang marschieren.
Auf der halben Wegstrecke wurden die Rechtsradikalen, unter ihnen der Hamburger Neonazi Christian Worch, von engagierten Rostockern aufgehalten. Während einer Sitzblockade, an der sich rund 50 Personen beteiligten, kam es kurzzeitig zu Handgreiflichkeiten zwischen Demonstranten und der Landespolizei, die mit 700 Beamten im Einsatz war. 14 Gegendemonstranten wurden vorübergehend festgenommen, weil sie den Platzverweisen nicht nachgekommen seien. Ansonsten verliefen die Aktionen weitgehend friedlich. "Das Konzept, durch starke Präsenz Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung gar nicht erst zuzulassen, ging auf", erklärte Polizeisprecher Siegfried Tom.
Geraume Zeit standen sich Nazis und Gegner gegenüber, dann lösten die Rechtsradikalen ihre Demonstration auf.
Am Freitagabend hatte das Oberverwaltungsgericht Greifswald die Klage des Rostocker Friedensbündnisses gegen den rechten Aufmarsch und das Verbot einer Gegendemo abgewiesen.
JENNY KATZ
Ostseezeitung-Rostock
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28.04.2003
"Bunt statt Braun" ist mehr als nur ein Spruch
Rostock (OZ) Hunderte Rostocker machten am Sonnabend deutlich: "Rechtes Gedankengut hat in unserer Stadt keinen Fuß breit Platz." In den Reihen der Demonstranten zeigte sich, dass "Bunt statt Braun" mehr als der Name der Bürgerinitiative, sondern eine Lebenseinstellung ist: Alte, junge, deutsche und ausländische Hansestädter stoppten Seite an Seite die Nazis auf der Hälfte ihrer geplanten Wegstrecke. Flaggen und Plakate mit Aufschriften wie "Rostock gegen Rassismus und Gewalt" schmückten die ganze Innenstadt, sogar Hunde trugen mittels Leibchen und Schriftzug zum bunten Bild der Weltoffenheit bei.
So gesehen war es dann letzten Endes doch noch ein guter Tag für die Stadt und ihr Image - Dank engagierter Rostocker.
JENNY KATZ
Ostseezeitung-Rostock
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28.04.2003
Mahnwache an der Friedenseiche - Parteien, Gewerkschaften und Bürger kamen Verantwortung nach
Eine Mahnwache an der Friedenseiche als Gegenpol zum Neonazi-Aufmarsch - dazu hatten Bündnis 90, das Rostocker Friedensbündnis, die SPD und OB Arno Pöker aufgerufen.
Jeder, der wollte, konnte am Sonnabend Vormittag an das Mikrofon treten und sich äußern. So machte ein Sprecher der IG Metall seinem Ärger Luft und fragte sich, wie die Stadtverwaltung eine Friedensdemonstration verbieten könne, die "braune Pest" dagegen "ihren Unrat säen" dürfe. "Der politischen Verantwortung ist man sich damals schon nicht bewusst geworden", so der Sprecher. Unter den Anwesenden waren auch der Rektor der Universität Rostock, Hans Jürgen Wendel, und der Bildungsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Wolfgang Methling. Dieser dankte den Leuten für ihr Engagement. "Wir müssen der Öffentlichkeit zeigen, wie Rostock mit dieser Sache umgeht", betonte Wolfgang Methling. Jeder solle seine Meinung zum Ausdruck bringen, so der Minister. Dr. Ulrich Rabe vom Bund der deutschen Antifaschisten, freute sich, "Menschen zu sehen, die ihren Kopf zum Denken benutzen". Rabe selbst hatte während der Nazidiktatur im KZ gesessen und war als Zwangsarbeiter in Frankreich gewesen. "Es ist wichtig, etwas für den Frieden zu tun", betonte er.
In der Hansestadt waren am Sonnabend rund 700 Beamte aus Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz. Ein Neonazi wurde wegen Mitführens einer Schreckschusspistole vorläufig festgenommen. Im Bereich der Gegenaktionen wurden 14 Personen vorläufig festgenommen, die Platzverweisen nicht nachkamen und Widerstand leisteten. Rund 50 Personen beteiligten sich an einer Sitzblockade. Ein Beamter wurde bei einer Gewahrsamnahme leicht verletzt, ansonsten kam es aber zu keinerlei Ausschreitungen.
Norddeutsche Neueste Nachrichten
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28.04.2003
Blockade gegen Neonazi-Demo
ROSTOCK. epd. Mehr als tausend Menschen protestierten am Samstag in Rostock gegen einen Aufmarsch von 150 Neonazis. Wegen Sitzblockaden wurde der Zug der Sympathisanten der rechten Szene am Nachmittag von der Polizei gestoppt, woraufhin die Veranstalter den Aufmarsch selbst auflösten. Am Freitag hatte das Greifswalder Oberverwaltungsgericht die Klage des Rostocker Friedensbündnisses gegen die Genehmigung des rechten Aufmarschs und das Verbots einer Gegenkundgebung abgelehnt. Die Aktion war als Erinnerungsmarsch an die Bombardierung Rostocks im Jahre 1942 angemeldet.
taz
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