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Gegen Rechts: Demokratie-Verein will vor Wahl mit Ämtern kooperieren

NPD-Experte Günther Hoffmann warnt vor zweistelligen Ergebnissen der Rechtsextremisten bei der Kommunalwahl im Juni - auch auf der Insel Usedom. Gezielte Aktionen sollen das verhindern.

17.10.2008

Insel Usedom. Mit "konkreten Angeboten" will der Verein "Demokratisches Ostvorpommern" die befürchteten Erfolge der rechtsextremen NPD im Landkreis verhindern. "Wir sind dabei, Programme zu erarbeiten, die zu einer spürbaren Erhöhung der Wahlbeteilgung führen sollen", sagt Günther Hoffmann, der zugleich den Verein als Vorstandsmitglied und das Zentrum für politische Kultur M-V vertritt. Die Strategie: Je mehr Demokraten an die Wahlurnen treten, desto geringer die prozentualen Anteile der Neonazis, die schon über einen gewissen Wählerstamm verfügten. Aber es gehe auch darum, Unentschlossene zu gewinnen, so Hoffmann: "Wir wollen mit Gemeinden und Ämtern kooperieren und Bürgermeister unterstützen, damit sie für die Demokratie eintreten und auch auf möglichen Rummel um rechtsextreme Kandidaten reagieren können." Der Fachmann betont, dass nicht nur im Anklamer Bereich, sondern auch in den Urlauberzentren auf Usedom hohe NPD-Ergebnisse zur Kommunalwahl eine reale Bedrohung seien. Bei der Landtagswahl 2006 erreichte die Partei z.B. in Heringsdorf 12,4 Prozent, in Zinnowitz waren es 11,1. Im Insel-Hinterland lagen die Resultate u.a. in Garz (24,2%) und Rankwitz (18,6 %) noch höher. Touristiker der Region hatten deshalb bereits am Dienstag auf Initiative des Fremdenverkehrsverbandes Vorpommern vereinbart, gemeinsam gegen die NPD kämpfen zu wollen (OZ berichtete). Rechtsextremismus schade dem Urlaubsstandort und sei mit der touristischen Idee von Weltoffenheit nicht vereinbar, so der Tenor.

Der Greifswalder Uni-Professor und Rechtsextremismus-Forscher Hubertus Buchstein lobte die Aktivität: Er finde es bemerkenswert, dass aus einer Urlauberregion, die schon vor 1933 mit ihrer NS-Treue für sich geworben habe, nun ein entschiedenes gegenteiliges Signal komme: "Man sieht, dass heute ganz andere Werte vorherrschen", so der Akademiker. Der Kampf gegen Rechts sei dennoch kein einfacher, betonte er, da die Ursachen nicht immer nur sozial, sondern auch kulturell begründet seien. Beispielsweise sei es schwer zu erklären, warum in einer Kommune wie Heringsdorf, die wirtschaftlich gut dastehe, eine relativ hohe NPD-Zustimmung zu verzeichnen sei.

ALEXANDER LOEW

Ostseezeitung-Usedom

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