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24.04.2003
Gymnasiallehrer ließ gesamtes "Deutschlandlied" singen - Brandanschlagsprozess: Kollege kannte rechtsextreme Gesinnung des Angeklagten
Schwerin (dpa/EB) Die rechtsradikale Gesinnung des Gymnasiallehrers Guido S., der sich vor dem Landgericht wegen eines fremdenfeindlichen Brandanschlags verantworten muss, hat sich nach Zeugenangaben auch auf den Unterricht ausgewirkt. So habe er die Schüler aufgefordert, alle Strophen des "Deutschlandliedes" zu singen, sagte gestern ein Ex-Kollege des Angeklagten. Das sei aber erst nach der Verhaftung des Mannes bekannt geworden. Die erste Strophe des Deutschlandliedes wird in der Bundesrepublik nicht gesungen, weil sie von den Nationalsozialisten für ihre Großmachtsansprüche missbraucht wurde.
Mord an Millionen Judenmord befürwortet
In vertraulichen Gesprächen ihm gegenüber habe Guido S. aus seiner rechtsradikalen Grundeinstellung keinen Hehl gemacht, sagte der Zeuge. Beispielsweise habe er den Völkermord an den Juden mit den Worten "Da müsse man durch!" befürwortet. Die "Leidenschaft für das Rechtsradikale" des Angeklagten habe er für "kranke Fantasien" gehalten, dem Mann aber mit den vertraulichen Gesprächen helfen wollen. Er sei nicht davon ausgegangen, dass er sein Gedankengut auf die Schüler überträgt oder Straftaten begehen würde.Dem aus Krefeld (Nordrhein-Westfalen) stammenden und zuletzt am Gymnasium in Neukloster (Nordwestmecklenburg) tätigen Angeklagten wird Beihilfe zum versuchten Mord und zur versuchten Brandstiftung vorgeworfen. Der 37-Jährige hat bereits zugegeben, im vorigen November zwei 19-Jährige aus der rechten Szene mit einem Kanister ausgestattet, sie zur Tankstelle und dann in die Nähe des Tatortes - einem Asia-Grill in Wismar - gefahren zu haben. Dass es sich um ein bewohntes Haus handelte, habe er nicht gewusst. Fremdenfeindlichkeit als Tatmotiv stritt er ab.
Alle Angeklagten im rechten Geist vereint
Bei der Durchsuchung der Wohnung des Lehrers hatte die Polizei rechtsextremes Propagandamaterial gefunden. Den beiden 19-jährigen Angeklagten wird im selben Prozess Mordversuch und versuchte Brandstiftung zur Last gelegt. Sie sind am Tatort festgenommen worden, als sie den Brand gerade legen wollten. Die drei Männer hatten sich auf einer NPD-Veranstaltung kennen gelernt. Der Musiklehrer habe seine Vorliebe für die rechte Szene sowohl mit "historischen" als auch "erotischen Interessen" begründet. Sein Verteidiger geht von einer "Persönlichkeitsstörung" aus.
Schweriner Volkszeitung
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24.04.2003
Gymnasiallehrer äußerte rechtsradikale Gedanken
Schwerin (dpa/ddp) Die rechtsradikale Gesinnung des Gymnasiallehrers Guido S. (37), der wegen eines fremdenfeindlichen Brandanschlags vor dem Landgericht Schwerin steht, hat sich nach Zeugenangaben auch auf den Unterricht ausgewirkt. So habe er die Schüler am Gymnasium Neukloster aufgefordert, alle drei Strophen des "Deutschlandliedes" und Lieder aus der Nazizeit zu singen, sagte gestern ein ehemaliger Kollege des Angeklagten. Das sei aber erst nach der Verhaftung des Mannes bekannt geworden. Dem Lehrer wird Beihilfe zum versuchten Mord und zur versuchten Brandstiftung vorgeworfen. Er hat bereits zugegeben, im November 2002 zwei heute 19-Jährigen bei der Beschaffung des Benzins für den Anschlag auf einen Wismarer Asia-Imbiss behilflich gewesen zu sein und sie auch zum Tatort gefahren zu haben. Das Urteil wird für Mai erwartet.
In vertraulichen Gesprächen ihm gegenüber habe der Kollege aus seiner rechtsradikalen Grundeinstellung keinen Hehl gemacht, sagte der Religionslehrer. So habe er den Völkermord an den Juden mit den Worten "Da müsse man durch!" befürwortet. Die "Leidenschaft für das Rechtsradikale" des Angeklagten habe er für "kranke Fantasien" gehalten, dem Mann aber mit den vertraulichen Gesprächen helfen wollen.
Ostseezeitung
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