Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

23.04.2003
Prozess gegen schwangere Angeklagte unterbrochen - Verfahren gegen vier Rostocker Neonazis gegen Arbeitsstunden eingestellt

Rostock (dpa) Wegen der unmittelbar bevorstehenden Geburt ihres Kindes ist gestern der Prozess gegen die 20-jährige mutmaßliche Rädelsführerin einer rechtsextremistischen "Kameradschaft" vor dem Landgericht Rostock unterbrochen worden. In ihrer Wohnung soll sich die Gruppe von Oktober 2001 bis Januar 2002 getroffen und ihre Aktionen geplant haben. Bei einer Zusammenkunft soll die junge Frau zum Sturz des Systems und zur Ermordung aller Juden aufgerufen haben.

Ihr Prozess muss innerhalb von zehn Tagen wieder aufgenommen werden, ansonsten sieht die Strafprozessordnung einen Neubeginn vor. Das Verfahren gegen drei weitere Angeklagte wurde unter der Auflage von 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit eingestellt. Ihnen wurde nur noch die Mitgliedschaft in der Gruppe vorgeworfen, an Aktionen haben sie sich nach Ansicht des Gerichtes nicht beteiligt.

Jetzt müssen sich noch sieben Mitglieder wegen Volksverhetzung, Bildung einer kriminellen Vereinigung, Verwendung von Nazi-Symbolen und vielfacher Sachbeschädigung verantworten. Ihnen wird u. a. vorgeworfen, juden- und ausländerfeindliche Parolen an Wände geschmiert zu haben. Die Angeklagten waren im Tatzeitraum 15 bis 20 Jahre alt. Gestern sagten andere ehemalige Mitglieder der Vereinigung aus.

Ostseezeitung

diskutieren? auf ins Forum!