Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

17.04.2003
Mieter drohen Genossenschaft mit Wegzug - Grimmener Wohnungsgesellschaft will kein Flüchtlingsheim in der Stadt

Grimmen (OZ) Zur Überlegung des Landkreises, im alten Grimmener Seniorenheim "Uns Hüsung" Asylbewerber unterzubringen, erreichte uns eine Zuschrift der Grimmener Wohnungsgenossenschaft:

"Die Geschäftsleitung der Wohnungsgenossenschaft Grimmen e. G. hat sich in einem Schreiben vom 7. April an den Landrat Herrn Molkentin gewandt, in dem nochmals deutlich darum gebeten wird, die geplante Unterbringung der Asylbewerber im ehemaligen Seniorenheim in der Carl-von-Ossietzky-Straße zu überdenken.

In unserer Geschäftsstelle gehen täglich empörte Anrufe, sogar Drohungen ein, die einen Wegzug von unmittelbar in der Nähe des Seniorenheimes Wohnenden ankündigen. Besonders betrifft das ältere Mitglieder, die bereits 40 Jahre hier in schöner Umgebung ihre Heimstadt haben.

Aber auch viele jüngere Menschen drücken ihre Betroffenheit über die Absicht der weiteren Nutzung aus. Sie reden ganz offen darüber, das man Angst vor Übergriffen der neonazistischen Gruppen hat, die zwangsläufig durch diese hohe Konzentration der Asylbewerber angelockt werden.

Gegenwärtig verzeichnet die Genossenschaft einen Leerstand von elf Prozent. Bei angedrohtem Wegzug wird dieser Leerstand weiter ansteigen. Damit wird an der Existenzgrundlage des Wohnungsunternehmen gerüttelt.

Auch weitere Investitionen zur Wohnwertverbesserung und der Gewinnung neuer Mitglieder sind dann aus Gründen der ohnehin schon angespannten Finanzlage nicht mehr möglich. Eine Konzentration von Asylbewerbern beinhaltet zugleich weitere Unsicherheiten.

In unmittelbarer Nähe wurde durch die Stadt mit großem Aufwand eine Jugendfreizeitanlage am Rodelberg geschaffen. Was soll daraus werden, welche Auswirkungen hat das auf unsere Kinder?

Die vorgenannten Bedenken haben nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun. Sicherlich muss den Menschen, die aus politischen Gründen ihre Heimat verlassen mussten, geholfen werden.

Das kann aber doch nicht erfolgreich getan werden, wenn man Menschen aus 20 Ländern mit unterschiedlichen Sprachen, Lebensarten, Anschauungen und Einstellungen in geballter Konzentration mitten in einem Wohngebiet unterbringt. Wir sind der Auffassung, das, wenn eine Integration erfolgen soll, dieses nur in kleinen Gruppen entsprechend der jeweiligen Mentalität geschehen kann, nur so kann ihnen wirksam geholfen werden.

Bezüglich des bisherigen Seniorenheimes sollte unbedingt beachtet werden, dass in der Stadt Grimmen und nicht zuletzt im Stadtteil Südwest ein hoher Anteil von älteren Menschen lebt. Viele von ihnen können sich einen teuren Heimplatz nicht leisten. Mit Sicherheit ist aufgrund der Altersstruktur zunehmend in den nächsten Jahren mit steigender Pflegebedürftigkeit älterer Bürger zu rechnen und da sollte unbedingt das Heim erhalten werden."

Ostseezeitung-Grimmen

diskutieren? auf ins Forum!