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14.04.2003
"Sozialer Brennpunkt vorprogrammiert" - Weitere Meinungen zum Errichten eines Asylbewerberheimes in Grimmen
Grimmen (OZ) Die Kreisverwaltung überlegt, im alten Grimmener Seniorenheim "Uns Hüsung" Asylbewerber unterzubringen. Hier weitere Meinungen zu diesem Thema:
In der Wochenendausgabe der OZ vom 5. / 6. April las ich, dass keiner etwas gegen Asylbewerber hat, aber man möchte auch einen gewissen, um nicht zu sagen großen Abstand zu ihnen haben, schreibt Gerd Würkert aus Grimmen.
Die Unterschriftensammlung gegen die Aufnahme von Asylbewerbern in das alte Seniorenzentrum würde für mich schon eine gewisse Abneigung gegen diese Menschen bedeuten, die in vielen Situationen des Alltags Hilfe brauchen.
Ich gehöre zur evangelisch Freikirchlichen Gemeinde und es kommen einige Aussiedler aus Russland zu uns in die Gemeinde. Im persönlichen Aufeinanderzugehen sind gute Kontakte entstanden. Wir können nun als Gemeinde zusammen spüren, wie dankbar sie oft für die kleinsten Dinge sind. Ich möchte Mut machen, dass die Verantwortlichen in der Stadt Grimmen sich noch mehr für diese Menschen einsetzen, und dass mancher Bürger dieser Stadt sich vielleicht persönlich für einen interessieren.
Mit der Unterbringung bzw. Konzentration von 290 Asylbewerbern ist die Entstehung eines sozialen Brennpunktes in unserer Stadt vorprogrammiert, meint die Grimmenerin Karin Lobb.
Wenn nicht mal die verantwortlichen Lokalpolitiker, in diesem Fall der Landrat, mit dem Bürgermeister der Stadt sich zu solch brisantem Thema im Vorfeld verständigen - bevor sie an die Öffentlichkeit gehen - ist die Frage erlaubt: Werden sich 290 Asylbewerber aus 20 Nationen unter einem Dach vertragen? Ganz zu schweigen von den Ängsten der Bürger der Stadt, in der die Asylbewerber integriert werden sollen. Beispiele der Vergangenheit zeigen, dass gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und finanzieller Not - privat bei den Bürgern und auch in den Kommunen - die Menschen vordergründig ihre eigenen Probleme gelöst sehen möchten und nicht noch mit weiteren Problemen konfrontiert werden wollen. Ich bin der Meinung, hier sollte der Landkreis nicht den Weg des geringsten Widerstandes gehen, sondern auch ein Ohr den Bürgern schenken. Die sind mehrheitlich allein aus den besagten Gründen, wie ich auch, gegen die Errichtung eines Asylbewerberheimes im Zentrum der Stadt.
Ostseezeitung-Grimmen
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