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10.04.2003
Mangel an demokratischer Kultur in Grimmen? - Weitere Meinungen zum Thema Asylbewerberheim
Grimmen (OZ) Nach wie vor treffen viele Lesermeinungen in der Redaktion ein, die sich auf die Idee des Landkreises beziehen, im alten Grimmener Seniorenzentrum "Uns Hüsung" Asylbewerber unterzubringen. Hier weitere Wortmeldungen:
Franz Lebeda aus Grimmen meint zur Frage des Asylbewerberheimes, er habe Herrn Molkentin einen Vorschlag zu machen: Soll er doch die drei schönen leer stehenden Gebäude in Nehringen, in seiner Nachbarschaft, für die Unterbringung der Asylbewerber nutzen. Er glaubt nämlich, dass das "Uns Hüsung" für die vielen alten Leute, die in Südwest leben, von Bedeutung sein könnte. Denn die seien sicher nicht so gut betucht, um sich eine Wohnung in dem neuen Seniorenheim leisten zu können.
Johannes Diesing schrieb uns Folgendes: Allen Grimmenern "Ausländerhass" vorzuwerfen, trifft sicher genauso wenig den Kern wie der Vergleich Grimmens mit Lichtenhagen 1992. Es ist allerdings ein beängstigend großes Misstrauen und eine Angst herauszulesen aus den in der OZ zitierten Äußerungen einiger weniger Grimmener. Haben diese Menschen sich je vertraut gemacht mit dem Flüchtlingsalltag in Mecklenburg-Vorpommern? Haben sie sich je eine Geschichte erzählen lassen über die Schicksale von Menschen, die so weit fliehen, um Ruhe und Frieden zu suchen? Wohl kaum, denn sonst würden sie nicht mit Feindseligkeit gegenüber Menschen reagieren, die sie nicht einmal erlebt haben, die noch gar nicht in Grimmen leben. Warum taucht in dieser Debatte ein Argument auf, mit dem rechtsextreme Parteien seit jeher auf Stimmenfang gehen? Fehlt es den Grimmenern so sehr an demokratischer Kultur? Was bedeutet es letztendlich für den gesellschaftlichen Frieden, wenn die Bürger einer Gesellschaft nicht friedlich sind?
Ostseezeitung-Grimmen
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