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08.04.2003
Auf Nachbarhilfe angewiesen - Meinungen zum Thema Asylbewerberheim in Grimmen
Grimmen (OZ) Selten hat die Grimmener etwas so bewegt wie die aktuelle Diskussion um das geplante Asylbewerberheim. Auch gestern sind in der Lokalredaktion wieder diverse Stellungnahmen eingegangen:
"Das alte Seniorenheim sollte lieber für ältere Leute hergerichtet werden, die hier ihr Leben lang gearbeitet haben und nun pflegebedürftig sind", sagt Doris Metzker (58). Sie habe sich darüber mit vielen Grimmenern unterhalten, die allesamt derselben Ansicht sind. "Deshalb werde ich eine Unterschriftenaktion ins Leben rufen, um gegen das Vorhaben des Landratsamtes zu protestieren", so Doris Metzker.
Die Greifswalderin Cristina Fischer wandte sich per e-mail an die Lokalredaktion: Der Autor irrt sich, wenn er schreibt, Integration sei das Ziel der Unterbringung von Asylbewerbern. Die Flüchtlinge, die sich um Asylbewerben", müssen darauf warten, wie ihre Anträge vom Staat beschieden werden. Solange sie noch nicht offiziell als Flüchtlinge anerkannt sind, sollen sie "natürlich" auch nicht integriert werden, da ja möglicherweise ihre Abschiebung bevorsteht. Asylbewerber dürfen nicht arbeiten, bekommen entweder nur ein Taschengeld oder Gutscheine, werden nur minimal ärztlich betreut, und ihre Unterbringung ist notdürftig. Sie entspricht in der Qualität dem von Sammellagern. Insofern ist die dezentrale Unterbringung wohl nur für Flüchtlinge mit erfolgreichem Asylantrag überhaupt möglich.
Auch Deutschunterricht wird Flüchtlingen entweder gar nicht oder nur in Ausnahmefällen von ehrenamtlichen Helfern erteilt. Kurz: eine Integration ist für Asylbewerber vom Staat zunächst eben NICHT vorgesehen. Genau darum sind sie auf nachbarschaftliche Hilfe und Solidarität dringend angewiesen.
Ostseezeitung-Grimmen
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