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07.04.2003
Tieffliegerlärm zeigt Wirkung - Bombodrom-Gegner erkämpfen Rederecht bei SPD-Landesparteitag in Neustrelitz
Neustrelitz (sz). Dröhnen, Brummen, Heulen drang am Sonnabend durch die Aula-Fenster des Gymnasiums Carolinum zu den Delegierten des SPD-Landesparteitags. Der Tieffliegerlärm vom Tonband sei "nur eine Kostprobe dessen, was uns auf lange Sicht bevorsteht, wenn die Entscheidung für das Bombodrom fällt", sagte Barbara Lange, Sprecherin der Aktionsgemeinschaft Freier Himmel. "Wir sind hier, um an die Regierungspartei SPD zu appellieren, die Verantwortung nicht allein dem Verteidigungsministerium zu überlassen."
Unterstützt von Wassersportvereinen und Touristikanbietern der Region, waren die Freier-Himmel-Aktionisten mit Bootsanhängern, Transparenten und Luftballons vor das Tagungsgebäude gezogen. Der Protest blieb nicht ungehört: Barbara Lange erhielt gestern Vormittag Rederecht und rief die Delegierten auf, nichts unversucht zu lassen, um das Bombodrom zu verhindern. "Auch wenn es derzeit so aussieht, als hätten wir verloren: So lange nicht die letzte Unterschrift geleistet ist, gibt es Mittel und Wege, sich zu wehren", mahnte sie.
Diese Worte seien mit großem Applaus aufgenommen worden, bestätigte der SPD-Kreisvorsitzende Michael Körner, der dem Parteitag "optimale Ergebnisse" in der Bombobrom-Debatte bescheinigte: Der neue Landesvorsitzende Till Backhaus habe angekündigt, sich an Bundeskanzler Gerhard Schröder zu wenden. Wirtschaftsminister Otto Ebnet wolle in den nächsten Tagen bei einer Begegnung mit Bundesverteidigungsminister Peter Struck die ablehnende Position des Landes deutlich machen. Und die anwesenden Bundestagsabgeordneten bemühen sich um einen Termin im Verteidigungsministerium, zu dem auch die Aktionsgemeinschaft Freier Himmel eingeladen werden soll. Ein weiterer Parteitags-Erfolg aus Neustrelitzer Sicht sei die Wiederwahl von Uwe Hänsch in den Bundesparteirat, sagte Körner weiter. Das Votum von 75 Prozent der Delegierten spreche für Hänschs Arbeit. Nicht nur zum Stichwort Bombodrom könne der Neustrelitzer Stadtpräsident auch künftig die Stimme der Region in das höchste SPD-Gremium zwischen den Parteitagen einbringen.
Nordkurier-Neustrelitz
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