|
|
|
Presse-Schau
|
|
worüber wird in den Medien geschrieben?
|
|
zurück zu den News
Bericht und Pressesammlung zum Thema
|
|
04.04.2003
Lehrer wegen Mordversuch vor Gericht - Mit zwei Jugendlichen soll ein Lehrer versucht haben, einen Asia-Imbiss in Wismar in Brand zu setzen - Gestern begann der Prozess
 | Der Angeklagte Guido S. (rechts) mit seinem Verteidiger. Gegen den ehemaligen Lehrer begann gestern der Prozess. |
Schwerin (OZ) In Handschellen betraten sie gestern Nachmittag den Verhandlungssaal im Schweriner Landgericht. Guido S. (37) und seine beiden 19-jährigen Mitangeklagten Candy G. und Jens G. Polizisten sichern den Eingang ab. Auf dem Plan der Jugendkammer steht eine Verhandlung wegen versuchten Mordes und versuchter Brandstiftung.
Ein Podium für die Drei, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Candy G., kurze Stoppelhaare, ein lässiges Grinsen im Gesicht. Jens G., der Junge mit der Glatze, knabbert nervös an den Fingernägeln. Im Mittelpunkt steht allerdings Guido S.. Ein Mann, der es gewohnt ist, dass alle Augen auf ihn blicken. Er genießt die Aufmerksamkeit der Besucher im Saal, scherzt mit seinem Anwalt. Bis November 2002 war er Musiklehrer im Gymnasium "Am Sonnenkamp" in Neukloster. Ein strenger Lehrer, einer, der auf Disziplin achtete, seit er vor einem Jahr aus Krefeld an die Schule kam. Aber auch einer, mit dem man eigentlich gut auskommen konnte, meinen die Kollegen.
Jetzt sind sie ratlos. Die Schweriner Staatsanwaltschaft wirft Guido S. Beihilfe zum versuchten Mord in Tateinheit mit Beihilfe zur versuchten schweren Brandstiftung vor. Zusammen mit Candy G. und Jens G. soll der Lehrer am 4. November 2002 versucht haben, einen von Vietnamesen betriebenen Asia-Imbiss am Wismarer Markt in Brand zu stecken. Das Motiv: Hass auf Ausländer.
Guido S. habe damals die Mitangeklagten mit seinem Auto in Tatortnähe gebracht. Im Kofferraum ein Kanister mit Vergaserkraftstoff. Während er im Wagen wartete, drangen die Jugendlichen in das Haus ein. Der Versuch, das im Vorraum des Restaurants bereits ausgeschüttete Benzin in Flammen aufgehen zu lassen, sei nur gescheitert, weil ein Zeuge die Polizei alarmiert hatte. Sie hinderte die Angeklagten in letzter Minute daran, den Imbiss in Brand zu setzen.
Für die Staatsanwaltschaft ein klarer Mordversuch. Die Drei hätten gewusst, dass sich in den Räumen über dem Imbiss Menschen befinden können, die bereits arg- und wehrlos schlafen würden.
Guido S. sagt zu diesen Vorwürfen noch nichts. Erst in den kommenden Verhandlungstagen muss er erklären, was ihn veranlasst hat, die Jugendlichen bei einer Tat, wie dieser, zu unterstützen. Anlass für Spekulationen gibt es genug.
Bei Hausdurchsuchungen waren in der Wismarer Wohnung des Lehrers eine Hakenkreuz-Fahne, ein Hitlerbild und rechtsextremistisches Propagandamaterial gefunden worden. Die Mitangeklagten soll Guido S. bei einem Treffen der rechtsextremistischen NPD kennen gelernt haben. Für die Nachbarn des Mannes in der braven Lübschen Straße kaum fassbar. Er sei sehr nett und zurückhaltend gewesen. Vielleicht auch etwas einsam, erzählt eine Bewohnerin. Eigentlich habe man ihn nur manchmal bemerkt, wenn er zu später Stunde in seiner Wohnung im Hinterhaus Klavier spielte.
Aufmerksamkeit, die ihm der jetzt begonnene Prozess geben wird. Vorerst sechs Verhandlungstage hat das Gericht dafür vorgesehen. Anfang Mai soll das Urteil fallen.
MANUELA PFOHL
Ostseezeitung
|
|
04.04.2003
Musiklehrer auf der Anklagebank - Ausländerfeindlicher Anschlag in Wismar vor Gericht
Schwerin Der ehemalige Gymnasiallehrer Guido S. sei ein Gesinnungstäter. Er habe aus ausländerfeindlichen Motiven heraus Jugendlichen bei einem Mordanschlag geholfen, wirft die Staatsanwaltschaft dem dem 37-Jährigen vor. Gestern begann vor dem Schweriner Landgericht der Prozess.
Beim Verlesen der Anklage zeigt der Musiklehrer, der zuletzt in Neukloster unterrichtet hatte, wenig Regung. Er sieht bieder aus - im Gegensatz zu den beiden mit ihm angeklagten Glatzköpfen, die am 4. November 2002 einen Brandanschlag auf eine vietnamesische Gaststätte in Wismar verüben wollten und nur im letzten Moment von der Polizei gestoppt werden konnten. Das Benzin hatten die beiden 19-jährigen Lehrlinge bereits im Innenraum des Asia-Grills ausgeschüttet. Über der Gaststätte wohnten die vietnamesischen Betreiber. Die mutmaßlichen Brandstifter stehen wegen versuchten Mordes vor Gericht.
Wurde Angeklagter zur Hilfe genötigt?
In der Anklage wird dem aus Nordrhein-Westfalen stammenden Lehrer vorgeworfen, mit den Jugendlichen zur Tankstelle gefahren zu sein und ihnen das Benzin für den Brandanschlag gekauft zu haben. Er habe gewusst, dass ein Überfall auf den Asia-Grill geplant war, so die Staatsanwaltschaft. In seiner Wohnung hatte die Polizei rechtsextreme Schriften und eine Hakenkreuzfahne gefunden. Dem Mann wird Beihilfe zu versuchtem Mord vorgeworfen. Guido S. bestreitet den Vorwurf. Sein Verteidiger sagte am Rande der Verhandlung, der Lehrer sei von den beiden Mitangeklagten unter Drohungen genötigt worden, das Benzin zu besorgen. Sein Mandant sei labil. Ein Gutachten soll Aufschluss über die Psyche des Lehrers geben.
Das Urteil wird voraussichtlich im Mai gesprochen.
Der Angeklagte, der sich zur Zeit in Bützow in U-Haft befindet, ist gleich nach Bekanntwerden der Vorwürfe vom Schuldienst suspendiert worden. Gegen seine Kündigung legte er beim Schweriner Arbeitsgericht Einspruch ein. Auch in diesem Verfahren gibt es noch keine Entscheidung.
Thomas Volgmann
Schweriner Volkszeitung
|
|
diskutieren? auf ins Forum!
|
|