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03.04.2003
Video-Gruß an Asylbewerber als Erstberatung von Flüchtlingsrat abgelehnt - Sozialministerium will Integrationsleitlinien ausweiten

Schwerin/Horst (ddp). Der Flüchtlingsrat in Mecklenburg- Vorpommern fordert ein stärkeres Engagement und bessere Lebensbedingungen für die im Land lebenden Asyl Suchenden. Unabdingbar sei eine unabhängige Erstberatung. "Viele Missverständnisse, die im späteren Asylverfahren passieren, könnten vorher ausgeräumt werden", sagte die Vorsitzende des Flüchtlingsrat es Hanni Gruttmann. Das Sozialministerium kündigte unterdessen an, dass die zu erarbeitenden Leitlinien für Integration auch für Asylsuchende gelten sollen. Gruttmann zufolge reicht es nicht aus, den i m Land angekommenen Asyl Suchenden ein Video in einer ihnen bekannten Sprache zu zeigen. Viele Flüchtlinge seien traumatisiert und könnten die Informationen oft gar nicht aufnehmen. "Die meisten wissen nicht, was in dem Verfahren überhaupt auf sie zukommt", betonte sie. Positiv bewertete Gruttmann dagegen die vor zwei Jahren im Nordosten in Kraft getretene Verordnung über Mindestanforderungen für Asylbewerberunterkünfte. Sie habe zu einer Verbesserung der Lebenssituation geführt. Allerdings gebe es noch immer Unterkünfte fernab von Ortschaften, wodurch die Migranten und Flüchtlinge von der Bevölkerung weitgehend isoliert seien. Auch die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften über mehrere Jahre wirke sich belastend auf die Bewohner aus. Der Leiter der Landesamtes für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten, Wolf-Christoph Trzeba, betonte, die Ausstattung in den Unterkünften und das Zusammenleben habe sich in den vergangenen Jahren verbessert. "Für einen Flüchtling ist die Situation natürlich immer schwierig, mit mehreren Personen aus den verschiedensten Ländern zusammenzuleben", dennoch seien die Voraussetzungen im Nordosten sehr gut. Trzeba zufolge kümmern sich Dolmetscher und Sozialbetreuer um die Asylsuchenden. Diese seien in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Horst bei Boizenburg rund um die Uhr ansprechbar. Für die derzeit 236 Asylsuchenden aus 18 Ländern stehe ein speziellerärztlicher Dienst zur Verfügung.

Nordkurier

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