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03.04.2003
Tatbeteiligter am Ahlbecker Obdachlosenmord auf freiem Fuß - Justizministerium verweist auf richterliche Entscheidung - Reguläres Haftende für jungen Mann wäre im Juli gewesen


Von unserem Redaktionsmitglied Uwe Reißenweber

Ahlbeck/Schwerin . Nach dem brutalen Mord an dem Obdachlosen Norbert Plath vor der Ahlbecker Kirche im Jahr 2000 ist einer der vier Tatbeteiligten mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Entsprechende Informationen des UsedomKurier bestätigte gestern der Sprecher des Schweriner Justizministeriums, Dirk Lange. Bei dem vorzeitig Entlassenen handelt es sich um einen zur Tatzeit 16-Jährigen aus dem Seebad, der bis zum 4. September vergangenen Jahres in der Neustrelitzer Jugendanstalt eingesessen habe. Der junge Mann war vom Landgericht Stralsund zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Als reguläres Haftende galt der Juli dieses Jahres.

Der Ressort-Sprecher betonte, dass die vorzeitige Entlassung aufgrund einer unabhängigen richterlichen Entscheidung verfügt worden sei. Die Voraussetzungen für einen solchen Schritt seien hoch: So habe man Auflagen erteilt; zudem sei die Reststrafe auf zwei Jahre Bewährung ausgesetzt, ließ Lange wissen.

Anders als die anderen drei Beteiligten war der damals 16-Jährige nicht wegen gefährlicher Körperverletzung und Mord verurteilt worden. Der Ahlbecker sei nur am ersten Teilabschnitt der Tat beteiligt gewesen, begründeten damals die Richter. Wie berichtet, waren die wegen Mordes hinter Gittern Geschickten mehrmals zu ihrem Opfer zurückgekehrt, um ihn mit Tritten und Schlägen zu quälen. Der zur Tatzeit 15-Jährige Komplize erhielt deswegen acht Jahre Haft, der 19-Jährige zwölf Jahre und der als Hauptbeteiligter geltende Gunnar Doege lebenslänglich.

Der Mord an dem Obdachlosen hatte vor knapp drei Jahren für erhebliches nationales und internationales Aufsehen gesorgt. Die Täter waren dem rechtsradikalen Spektrum zugeordnet worden. So zitierte seinerzeit ein Polizeisprecher einen der Vernommenen mit den Worten, dass "Obdachlose nicht in unsere Gesellschaft passen". Ahlbeck schloss nach dem Mord einen Jugendclub, der der Szene als Treffpunkt gedient hatte und stellte gemeinsam mit Heringsdorf und Bansin einen Jugendsozialarbeiter ein.

Nordkurier-Usedom

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