Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

03.04.2003
"Bombodrom" scheint beschlossene Sache - Schießplatz-Gegner bestürzt über Informationen aus Berlin - Widerstand angekündigt - Wasserdemo in Mirow im Mai

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Nieswandt

Mirow. Bestürzung machte sich gestern bei Mitgliedern der Mirower Aktionsgemeinschaft "Freier Himmel" breit, nachdem bekannt wurde, dass der Luft-/Bodenschießplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide kurz vor der Genehmigung stehen soll. Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) will in Kürze grünes Licht dafür geben, sagte gestern der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold.

Bei der Luftwaffe würden bereits interne Vorbereitungen für die Aufnahme des Trainings-Flugbetriebs Ende April laufen, berichtete gestern die Berliner Tageszeitung Tagesspiegel. Den in Cochem, Jever, Lechfeld und Nörvenisch stationierten Jagdbombergeschwadern seien bereits Übungszeiten im Mai zugewiesen. "Die Inbetriebnahme des Bombodroms pünktlich zu Beginn der Urlaubssaison - das wäre ein Skandal!", kommentierte Barbara Lange das gestern.

Auf Nachfrage des Nordkurier erklärte ein Sprecher des Bundsverteidigungsministeriums, dass die "Wiederaufnahme des Flugbetriebs an die Entscheidung des Ministers Dr. Struck gebunden ist". Und diese Entscheidung sei noch nicht gefallen. Für den Fall, dass der Minister grünes Licht gibt für das Betreiben des Luft-/Bodenschießplatzes, werde "planerische Vorsorge" getroffen, um dann schnell einsatzfähig zu sein, hieß es gestern weiter aus dem Verteidigungsministerium.

Diese Informationen wertete Barbara Lange als klaren Hinweis darauf, dass es eigentlich nur noch um den Termin für die Inbetriebnahme gehe. "Wir werden einfach nicht gehört. Diese Ignoranz erschreckt uns. Man nutzt in Berlin alle formaljuristisch korrekten Möglichkeiten, um am Bürger vorbei zu entscheiden, die Demokratie verkommt zur Scheindemokratie", unterstrich die 1. Sprecherin. Für Bestürzung sorgten die Nachrichten auch bein CDU-Bundestagsabgeordneten und Bombodrom-Gegner Wolf-Dieter Ringguth (CDU). Jetzt gelte es, die geplante Klage, von der sich auch Barbara Lange zumindest erst einmal aufschiebende Wirkung verspricht, einzuleiten.

"Gesinnungswandel"

Enttäuschend sei auch der scheinbare Gesinnungswandel von Peter Struck. 1992 hatte er von der Oppositionsbank aus den damaligen Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) aufgefordert, die vorgesehene Weiternutzung des in den 50er Jahren durch Enteignung entstandenen Übungsplatzes aufzugeben. Im Februar dieses Jahres hatte "Freier Himmel" gemeinsam mit der Bürgerinitiative "Freie Heide" Peter Struck mit einem offenen Brief an diese Aussagen erinnert und gefragt, warum er jetzt nicht seine Möglichkeiten als Minister nutze, frühere Forderungen umzusetzen.

Hilfe gesucht

Indes laufen die Vorbereitungen auf die "2. Wasserdemo" am 1. Mai im und am Mirower Strandbad, bei der die Bombodrom-Gegner ihre Position ein weiteres Mal öffentlich machen wollen. Veranstalter sind "Freier Himmel" und die Interessengemeinschaft der Wassersportler der Region. Britta Meyer-Itner von der Kanustation Granzow: "Für die Wasserdemo in diesem Jahr wollen wir offensiver werben als für die erste Veranstaltung im vergangenen Jahr."

Dafür werde noch Hilfe gebraucht: Bettlaken, Stoffe, Pinsel, Farbe und jede Menge Kleister, um 500 Stelltafeln bekleben zu können. Wer helfen will, wird gebeten, die Materialen zu Haushaltswaren Stibale in der Mirower Schlossstraße 7 oder zur Granzower Kanustation zu bringen. "Wir holen das auch ab", sagte Britta Meyer-Itner (03 98 33/2 18 00). Die nächste Vorbereitungssitzung für den 1. Mai findet am 7. April um 19.30 Uhr in der Mirower Strandgaststätte statt.

Nordkurier-Neustrelitz

diskutieren? auf ins Forum!