Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

31.03.2003
Annäherung bei Gesprächen mit Aussiedlern - Wolga-Deutsche treffen sich mit Teterowern


Von unserem Redaktionsmitglied Monika Puchta

Teterow. Vorurteile abbauen und einander kennenlernen, um sich gegenseitig besser zu verstehen. So hatte Dorothee Dittmer vom AWO-Frauenzentrum auf dem Teterower Schulkamp am Beginn des Gesprächsabends mit Aussiedlerfamilien ihr Anliegen formuliert. Ein Anspruch, dem man am Ende der Veranstaltung am Freitagabend zumindest ein großes Stück näher gekommen ist. Rund 20 Aussiedler, Wolga-Deutsche aus Russland, die zum Teil seit Jahren in der Bergringstadt leben, und viele einheimische Teterower hatten sich auf den Weg gemacht. Bewegt lauschten vor allem Letztere den Erzählungen von Waldemar Kühl. Der Tischler aus Kasachstan ließ die Geschichte der Wolga-Deutschen Revue passieren, von den Anfängen im 18. Jahrhundert, als sich unter Zarin Katharina II. die ersten Deutschen in Russland ansiedelten, über die "Wolga-Republik" und die grausame Verschickung durch Stalin nach Sibirien im zweiten Weltkrieg bis heute. "Wir waren in Russland Fremde, aber was sind wir hier? Wir sind Stiefkinder hier und dort", schloss Waldemar Kühl. Die Wolga-Deutschen seien froh, in Deutschland leben zu können und würden versuchen, sich zu integrieren. Ein großes Problem sei dabei die Sprachbarriere. "Ohne Sprache gibt es keine Kontakte und es ist sehr schwer, Arbeit zu finden", weiß er.

Wohnort wird zugewiesen

"Wir müssen die Geschichte der Wolga-Deutschen noch viel mehr bekannt machen, darüber wissen vor allem wir Ostdeutschen fast gar nichts. Dabei ist das so wichtig für die Akzeptanz, besonders natürlich für die Kinder", bemerkte die Teterower Lehrerin Renate Drefahl, die bereits auch Aussiedler unterrichtete.

Ramona Klück aus Groß Markow wollte wissen, wie es war, als die Aussiedler nach Deutschland kamen und erfuhr dabei, dass diese sich seit 1996 ihren Wohnort in ihrem neuen Heimatland nicht mehr aussuchen dürfen und auch nur wenig Gepäck mitbringen können. "Aber wir haben hier die gleichen Rechte und sind eingebürgert. In Deutschland sind wir jetzt zuhause", sagten die Aussiedler.

Nordkurier-Teterow

diskutieren? auf ins Forum!