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29.03.2003
Missverständnis nach Friedensdemo ad acta gelegt - Stralsunder Polizei erläuterte Goethe-Gymnasiasten Versammlungsrecht - Neonazis hatten Schüler fotografiert und belästigt

Stralsund (OZ) Eine Lehrstunde, wie schnell es im Leben zu Missverständnissen kommen kann, erlebten gestern die Schüler der 8b des Goethe-Gymnasiums. Grund war die Demonstration gegen den Irak-Krieg in der vorigen Woche, die durch die Polizei beendet worden sein soll (OZ berichtete). Die gescholtenen Ordnungshüter widersprachen dieser Darstellung. Gemeinsam mit den Schülern rollten Pressesprecher Uwe Werner und Polizeioberrat Thomas Dabel, Leiter des Reviers in der Böttcherstraße, den Fall noch einmal auf.

So ging an jenem Tag gegen 14.10 Uhr der Hilferuf einer Lehrerin über die Notrufnummer 110 in der Leitstelle ein. Die engagierten Kriegsgegner fühlten sich durch Rechtsgerichtete, die die Teilnehmer fotografierten und anpöbelten, belästigt.

Mit drei Fahrzeugen war die Polizei im Einsatz, konnte die Demonstranten, die inzwischen weiter gezogen waren, nicht finden. Ein Rückruf bei der Lehrerin gegen 14.25 Uhr ergab, dass der Zug am Ziel angekommen war. Bei den Schülern kam dieser Kontakt fälschlicherweise so an, als ob die Beamten die Aktion für beendet erklärt hätten.

"Uns liegt es fern, irgendeine Demo zu verbieten", unterstrich der Revierleiter. Er begrüßte es, dass sich die Schüler gegen den Krieg einsetzten. Aufgabe der Polizei sei es aber, den Teilnehmern einer Versammlung dieses im Grundgesetz verbriefte Recht zu ermöglichen. Zu den Aufgaben der Beamten gehöre beispielsweise die Absicherung oder aber auch der Schutz vor Übergriffen durch Außenstehende. Jede Versammlung müsse im Ordnungsamt angemeldet werden. Und es sei nicht so, dass ein Versammlungsleiter volljährig sein müsse, wie den Schülern dort gesagt worden war.

Ostseezeitung-Stralsund

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