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28.03.2003
Schüler ziehen gegen Krieg durch Bad Doberan - 600 Jugendliche bei Protest-Demo

Bad Doberan (OZ) Gestern Mittag, 12 Uhr, vor dem Bad Doberaner Münster. Ralf Müller, Sprecher der Regionalen Schule am Kamp, gibt durch das Megaphon das Signal für den Aufbruch. 600 junge Leute setzen sich in Bewegung. Sie protestieren gegen den Krieg im Irak, setzen ein lautstarkes Zeichen gegen die Politik des amerikanischen Präsidenten Bush.

Ihren Protest unterstützen die Schüler mit Trillerpfeifen, Hupen und Rasseln. "Stoppt den Krieg", rufen sie und halten Plakate und Transparente hoch: "Kein Blut für Öl", "Frieden schaffen ohne Waffen" oder "Lügen haben kurze Beine, Bush zeig uns deine", haben sie auf Textil und Pappe geschrieben. "Wir wollen zeigen, dass wir diesen Krieg nicht gleichgültig hinnehmen", erklärt der 15-jährige Ralf Müller.

Die Demonstration zieht sich vom Münster über die Beethovenstraße, Rosengarten, Kamp, durch die Mollistraße, um den Markt, über die Goethestraße und Dammchaussee zurück zum Kamp. Vorneweg rollt ein Streifenwagen der Doberaner Polizei. Insgesamt sind drei Fahrzeuge und sechs Beamte im Einsatz, machen den Schülern die Straßen frei für ihren Protest.

Theresa Pentzien (16) aus der Klasse 10c der Kamp-Schule hat die Demo, an der sich neben der Kamp-Schule auch die Buchenbergschule und der Hort der Lessingschule beteiligten, mit organisiert. Es sei kein Problem gewesen, die Schüler zu mobilisieren, erklärt sie. "Wir haben mit den verschiedenen Klassensprechern geredet, und die waren alle schnell dabei", sagt Theresa Pentzien.

Die Lehrer der Schulen haben sich zum großen Teil mit der Aktion der Schüler solidarisiert. Etliche von ihnen sind beim Demonstrationszug dabei. So auch Karin Hummel, Schulleiterin der Kamp-Schule: "Wer ab Klassenstufe sieben die schriftliche Zustimmung der Eltern hat, darf teilnehmen. Alle anderen haben ganz normalen Unterricht." Die Lehrer, die Unterricht geben müssen, blieben in der Schule. Fast alle anderen sind beim Protestzug dabei und helfen als Ordner - so lautete eine Forderung der Polizei.

Gegen ein Uhr endet die Demonstration auf dem Kamp. Die Schüler stecken ihre Köpfe zusammen, plaudern und rollen die Transparente ein. "Immerhin können wir sagen, wir haben etwas gegen den Krieg gemacht", sagt Ralf Müller.

"Die Autofahrer und Passanten zeigten Verständnis für die Demo", sagt Polizeioberkommissar Bernd Teichmann, der den Einsatz leitete. Der Beamte begrüßt das Engagement der Schüler: "Ich finde es, gut wenn die Jugend von sich aus was auf die Beine stellt."

AXEL MEYER und THOMAS STERNBERG

Ostseezeitung-Bad Doberan

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