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28.03.2003
In Stralsund Licht für Frieden entzündet - Stiller Protest gegen den Irak-Krieg mit Kerzen und Fackeln
Stralsund (OZ) Ein weithin sichtbares Zeichen gegen den Irak-Krieg setzten gestern Abend rund 400 Menschen auf der Sundpromenade. Sie waren einem Aufruf des Stralsunder Friedensbündnisses aus Gewerkschaft, Parteien und Verbänden gefolgt und bildeten eine nicht enden wollende Lichterkette.
"So ein Zeichen war für Stralsund längst überfällig", sagte Dirk Kruse. So wie er reckten auch Ehefrau Bärbel und Enkelsohn Tom dem amerikanischen Präsidenten brennende Kerzen als Protest entgegen. "Wo Gewalt anfängt, hört der Verstand auf."
"Ich hab' den letzten Krieg selbst erlebt", berichtete Johanna Tiburski. Ganz selbstbewusst drückte die Seniorin ihre Ablehnung der Angriffe im Irak aus und wetterte: "Uns reicht's! Ich habe Kinder und Enkel und weiß, warum ich hier stehe."
Als "totalen Quatsch" bezeichnete Christin Papendorf den Militärschlag gegen Saddam Hussein. Anika Kempe und Moni Büch, beide 15 Jahre alt, pflichteten der 17-Jährigen bei. Der Krieg sei unnötig und habe nicht sein müssen. Besonders schrecklich sei, dass "unschuldige Kinder dabei draufgehen".
Gleich mit der ganzen Mitarbeiter-Besatzung war der Integrative Freizeittreff "Bleicheneck" an die Sundpromenade gekommen, um gegen die Gewalt im Irak zu demonstrieren. So sei dieser Krieg immer wieder Thema in der Einrichtung - vor allem in Einzelgesprächen, hat Susanne Tessendorf beobachtet.
Die Lichterkette wollte Volker Schulz als Zeichen sehen, "dass wir den Terror im Irak verurteilen". Der Regionalvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes forderte in seiner Begrüßung, diesem Krieg, der sich gegen die Zivilbevölkerung richte, Widerstand entgegenzusetzen.
Pfarrer Winrich Jax verwies auf den Eindruck des Alltäglichen, der diesem Krieg inzwischen anhafte. "Die Kriegsberichterstatter kommen mir manchmal vor wie Sportreporter", sagte der Gottesmann.
TIMO RICHTER
Ostseezeitung-Stralsund
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