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28.03.2003
Demo in Altentreptow - "Bestraft wurde niemand" - Schulleiter Schmeling: Eintrag ist eine Information an die Eltern und keine Sanktion
Von unserem Redaktionsmitglied Christina Weinreich
Altentreptow. Mit einem selbstgeschriebenen Eintrag in ihrem Hausaufgaben erschienen hauptsächlich Schüler der 8. Klasse der Altentreptower Realschule dieser Tage zu Hause und sollten ihn von den Eltern unterschreiben lassen. Einige Mütter und Väter verweigerten die Unterschrift, weil sie der Meinung waren, eine Antikriegs-Demonstration, an der die Mädchen und Jungen am Montag auf Altentreptows Marktplatz teilgenommen hatten, sei eine gute Sache. "Da kann man doch keinen Eintrag für bekommen und bestraft werden", regte sich eine Mutter gegenüber der Redaktion auf.
Nun zeigten die Jugendlichen schon mal Courage und dann sei es auch nicht richtig. Einen Eintrag hat auch niemand bekommen, stellte Schulleiter Peter Schmeling auf Nordkurier-Nachfrage klar. "Es handelt sich dabei lediglich um eine Information an die Eltern, dass ihr Kind am 24. März für zwei Stunden unerlaubt das Schulgelände verlassen hat. Das müssen sie wissen", klärt er auf. Es sei eine reine Mitteilung und keine Sanktion oder anderweitige Bestrafung.
Sie habe auch einen versicherungstechnischen Hintergrund. "Was wäre gewesen, wenn einem Schüler in dieser Zeit etwas passiert wäre", fragt der Schulleiter.
Die Idee, sich auf dem Marktplatz zu versammeln und gegen den Krieg im Irak zu demonstrieren, hatten Schüler des Gymnasiums (der Nordkurier berichtete). "Es war eine ganz spontane Sache und einige Lehrer sind freiwillig mitgegangen", sagte Karl-Heinz Günther, der Leiter der Schule. Er selbst habe noch die Polizei auf die Schnelle informiert, die den Demonstrationszug absicherte. "Doch haben wir danach auch mit dem Schülerrat gesprochen und ihm erläutert, welche Probleme wir Lehrer mit dieser spontanen Protestaktion hatten. Die Eltern waren beispielsweise nicht informiert. Die Schüler haben unsere Sorgen verstanden und waren selbst auch nicht so ganz zufrieden. Man hätte die Aktion besser machen können bei richtiger Vorbereitung", sagte er.
Zweite Aktion wird geplant
Diese Fehler sollen bei der nächsten Demo gegen den Krieg, der seit über einer Woche im Irak tobt, vermieden werden.
Die Realschule "Maxim Gorki" ist dabei, diese vorzubereiten. Sie soll voraussichtlich am 2. April und auch erst nach dem Unterricht stattfinden, berichten Josi Jesch und Robert Strautz, Schülersprecher. "Wir haben dies auf einer Klassensprecher-Versammlung beschlossen. Derzeit sind wir dabei, den Rahmen für die Aktion abzusichern."
Doch sei dieser Protestmarsch keine reine Angelegenheit der Schüler. "Jeder, der zeigen will, dass er gegen diesen Krieg ist, kann sich bei uns einreihen", ermutigte Josi die Altentreptower Bürger.
Nordkurier-Altentreptow
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