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26.03.2003
Unterschriftenliste an Bürgermeisterin übergeben - 1500 Schüler gingen in Wismar gegen den Irakkrieg auf die Straße
Wismar (OZ) Mehr als 1500 Wismarer Schüler haben gestern Vormittag gegen den Krieg in Irak demonstriert. Am Ende der Demonstration übergaben die Schüler eine Liste mit mehreren hundert Unterschriften an Bürgermeisterin Rosemarie Wilcken (SPD), die ankündigte, die Liste an die amerikanische Botschaft in Berlin weiterzuleiten.
Schüler des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums waren zuvor durch die Innenstadt gezogen und hatten sich mit Schülern der Integrierten Gesamtschule "Johann Wolfgang von Goethe", der Turnplatzschule, Schülern des ehemaligen Weigel-Gymnasiums und der Großen Stadtschule "Geschwister Scholl" getroffen, sie an den Schulen eingesammelt, andere Schüler zum Mitdemonstrieren aufgefordert und waren von dort zum Marktplatz weitergezogen.
"Krieg führen ist feige", "Bush - Saddam - Blair: Ihr seid nicht fair", "In Texas gibt es Öl - bombardiert Texas!" und ähnliche Sprüche waren auf den zahlreichen Plakaten zu lesen, die die Schüler zur Demonstration mitgebracht hatten. "Saddam Hussein ist ein schlimmer Diktator, keine Frage, aber er ist nicht der einzige seiner Art. Ihr wisst, wen ich meine", rief Hannes Rabenhorst vom Gerhart-Hauptmann-Gymnasium unter Beifall und zustimmendem Gejohle den anderen Schülern zu. "Bush soll sich nicht darüber aufregen, was der Irak mit Kriegsgefangenen macht, wir sollten uns darüber aufregen, was Bush mit der Menschheit macht", sagte der zwölf Jahre alte Florian Farken von der Großen Stadtschule. "Massenmörder, Kriegsverbrecher - USA!" skandierte eine kleine Gruppe von Schülerinnen.
Solche Töne waren jedoch bei der Demonstration am Dienstag eher die Ausnahme. Nicht gegen Amerika, nicht um Antiamerikanismus gehe es, sondern um die Wahrung des Völkerrechts, hob auch Hannes Rabenhorst während der Demonstration immer wieder hervor.
Die Sorgen um die Folgen des Krieges, die Forderung nach Einhaltung des Völkerrechts und die Kritik an dem Versuch, die Krise im Nahen Osten mit Gewalt zu lösen, standen im Vordergrund bei der Demonstration. "Wir wollen einfach unsere Meinung kundtun zu diesem Krieg. Warum sollen unschuldige Menschen sterben?", kritisierte die 12 Jahre alte Jennifer Micheel vom Gerhart-Hauptmann-Gymnasium, die die Demonstration mitorganisiert hatte. Viel erwarte er sich nicht von der Demonstration, "aber immerhin tun wir so irgendetwas gegen diesen Krieg", sagte der 16 Jahre alte Schüler Stefan Wegener von der Ostsee-Schule.
PETER ITZEN
Ostseezeitung-Wismar
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