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25.03.2003
"Hallo Nazi": Premiere in Parchim - Wenn Fäuste und Weltbilder aufeinander prallen

Parchim (dpa) Am Landestheater Parchim ist am Sonnabend erstmals in Mecklenburg-Vorpommern das Stück "Hallo Nazi" aufgeführt worden. Die Zuschauer auf den vollbesetzten Rängen der Studiobühne bedachten die drei Schauspieler mit lang anhaltendem Applaus. In dem von Theaterleiter Thomas Ott-Albrecht inszenierten Stück prallen in einer Gewahrsamszelle ein junger Neonazi und ein Schwarzarbeiter aus Polen mit ihren Weltbildern und Fäusten aufeinander. Der konfliktreiche Stoff soll vor allem vor Schülern aufgeführt werden.

Das Stück war nach längeren Recherche in der Szene von der Autorengruppe Monoblock vorgelegt worden und hatte im September 2001 gleichzeitig in Dresden und Berlin seine Uraufführung erlebt. Es beschreibt das Zusammentreffen eines Rechtsradikalen und eines in Deutschland lebenden Polen. Dieser und zwei seiner Landsleute waren unmittelbar zuvor von einer Gruppe Neo-Nazis überfallen worden, zu der auch der inhaftierte Jugendliche gehörte. Der frustrierte Kleinstadt-Polizist - hin- und hergerissen zwischen eigenen Vorurteilen, Kleinstadtmief und Pflichtbewusstsein - gerät zwischen die Fronten.

Für die Rolle des Polen erhielt Lutz Leyh den besonderen Applaus des Premierenpublikums. Mit der Gestaltung des Bühnenbilds, das auch den Zuschauerraum in die Zelle mit einbezieht, gelang es Christine Jacob, die Besucher unmittelbar am Geschehen zu beteiligen.

Das Stück sei ein Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus, die gerade auch nach dem gescheiterten NPD-Verbot weiterhin enorm wichtig sei, so Regisseur Ott-Albrecht. Das Theaterensemble, das "Hallo Nazi" bis Spielzeitende 15 Mal in Parchim und später zudem bei Gastspielen in anderen Bundesländern aufführen will, wolle sich der Diskussion mit dem meist jugendlichen Publikum stellen.

Die nächsten Vorstellungen: am 27. 3. und am 1. 4. um 10 Uhr sowie am 4. 4. um 19.30 Uhr. Karten unter: 03871 226601.

Schweriner Volkszeitung

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