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25.03.2003
Stiller Protest gegen den Krieg - Nach Friedensgebet im Greifswalder Dom folgte Kundgebung auf Fischmarkt
Innenstadt (OZ) "We shall overcome", sangen die Menschen am Ende gemeinsam auf dem Fischmarkt. Das Friedensforum Greifswald hatte gestern Abend die Bürger angesichts des Krieges zu einer Lichterkette und Kundgebung aufgerufen.
Die geplante Lichterkette vom Dom zum Fischmarkt wurde allerdings kurzerhand in einen Lichtermarsch umgewandelt. Es waren zunächst nicht genug Menschen dem Aufruf gefolgt. "Das ist schon ein bisschen traurig. Vor allem, dass so wenig junge Leute gekommen sind", sagte Gisela Gürtler vom Jahngymnasium. Die 18-Jährige brachte ihre Meinung zum Krieg im Irak deutlich zum Ausdruck. Sie hatte einen Steckbrief des amerikanischen Präsidenten aus Stoff samt zweier Fahndungsfotos auf ihrem Rücken befestigt: "Gesucht: George W. Bush."
Carolin Lucht und Maria Pachal, Schülerinnen der 13. Klasse des Humboldtgymnasiums, drückten ihre Besorgnis mit Worten aus: "Man darf den Krieg auch hier nicht verdrängen", sagte Maria. Caroline meinte: "Es stört mich sehr, dass fast nichts, was wir über den Krieg erfahren, gesichert ist." Auf dem Fischmarkt hatten sich schließlich gut 200 Menschen versammelt. Sie hielten brennende Kerzen in den Händen.
Dr. Hans Karl Bluhm sprach in einem kurzen Statement von seinen schmerzhaften Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg: "Meine Enkel sollen nicht ähnliches erleben müssen." Bis zum Ende des Krieges sollen montags Friedensgebete und Foren stattfinden. "Hoffentlich gibt es kein nächstes Mal", meinte nicht nur Prof. Gregor Putensen vom Friedensforum Greifswald.
K. HEBELER
Ostseezeitung-Greifswald
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