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24.03.2003
Migranten auf gemeinsamer Plattform
Rostock (OZ/D.K.) Die Ausländer-Vereine in M-V wollen künftig enger zusammenarbeiten. 14 Migrantenvertretungen bildeten auf einem Arbeitstreffen am Wochenende eine "Ständige Konferenz von Migrantenorganisationen aus M-V". Ausländer sollen konsequenter in das Geschehen im Land einbezogen werden. Die neue Interessenvertretung setzt sich daher u.a. für die Einführung des Kommunalwahlrechts für Ausländer ein. Sie stellen derzeit 1,4 Prozent der Bevölkerung in M-V.
Mitte März beschloss der Landtag, Leitlinien zur Integrationspolitik zu erarbeiten und dabei auch die Asylsuchenden im Land einzubeziehen. "Es ist gerade eine gute Phase für Migranten, sich einzubringen", sagte Ute Schmidt vom Büro der Bürgerbeauftragten, das das Treffen mit organisiert hatte.
Ostseezeitung
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24.03.2003
Rostock ist Beispiel für das ganze Land - Ausländer-Vereine trafen sich im Waldemarhof
Kröpeliner Tor-Vorstadt (OZ) Es war ein buntes Völkergemisch, das sich am Wochenende im Waldemarhof zusammenfand. Das Ziel von 14 verschiedenen Vereinen, in denen Migranten sich zusammengefunden haben ist es, ein Netzwerk für die eigene Arbeit und eine Plattform für sich auf Landesebene zu finden.
Ute Schmidt, beim Bürgerbeauftragten im Land für die Migranten verantwortlich, sah Rostock nicht zufällig als Treffpunkt.
"Rostock ist mit seinem Ausländerbeirat und den Mitsprachemöglichkeiten für Ausländer schon sehr weit", betonte sie. Außerdem bietet der Waldemarhof beste Bedingungen für ein solches Treffen.
Zum ersten Mal haben sich Migranten aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zusammengefunden, um ihre Wünsche an die Landes- und Kommunalpolitik zu formulieren. Neben der Forderung nach einem Kommunalwahlrecht für Ausländer sind es vor allem die Asylbewerber-Heime im Lande, denen ihre besondere Aufmerksamkeit gilt.
"Die individuelle Situation von Asylbewerbern ist stark davon abhängig, wo sie in Mecklenburg-Vorpommern untergebracht werden", betont auch Ruben Cardenas, Geschäftsführer des Rostocker Ausländerbeirates. Während in den Heimen in Rostock eine gute Betreuung gegeben ist, Sozialarbeiter sich um die Belange der Asylbewerber bemühen, auch Deutschunterricht und Kinderbetreuung von verschiedenen Vereinen angeboten werden, ist in den Landkreisen die Situation häufig schwieriger. Die Asylsuchenden leben isoliert in ihren Heimen, haben kaum Kontakt zur einheimischen Bevölkerung und schon ein Arztbesuch in der nächstgrößeren Stadt kann wegen der so genannten "Residenzpflicht" schwierig werden. Diese Pflicht untersagt es Asylbewerbern, sich ohne Genehmigung aus dem Landkreis, in dem sie untergebracht sind, fortzubewegen.
"Migration muss gestaltet werden. Das Land muss Türen aufmachen, statt Hürden aufzubauen. Dazu gehört es auch, ausländische Vereine finanziell zu unterstützen", fordert Ruben Cardenas. Dass die Ausländer mit entscheiden, dass mit ihnen und nicht über sie gesprochen werden sollte, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit.
Die Zeit ist günstig dafür, den Dialog zu suchen, betont Ute Schmidt. Auf Landesebene wird gerade eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich dem Thema Integration widmen soll. Die Migranten fordern eine zentrale Koordinierungsstelle für Migrationsfragen. 1,4 Prozent der Landesbevölkerung sind Ausländer, sie wollen sich entsprechend vertreten sehen.
Das Treffen vom Wochenende war nur ein Auftakt für weitere Gespräche der Migranten miteiander und mit den Verantwortlichen im Lande.
DAGMAR AMM
Ostseezeitung-Rostock
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