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24.03.2003
Strelitzer protestieren gegen den Krieg - Friedens-Konzert in Neustrelitz: Bürger melden sich öffentlich zu Wort
Von unserem Redaktionsmitglied Marlies Steffen
Neustrelitz. "Den Amerikanern geht es nicht um Saddam". Für den Iraker Ahmed Ahmed, der seit sechs Jahren in Neustrelitz auf sein Asylverfahren wartet, gibt es daran keinen Zweifel. Hussein sei nur ein Vorwand, damit George W. Bush auch künftig seine Hände in den Irak stecken könne. So machen sie es doch überall, bekräftigte Ahmed gestern Nachmittag gegenüber dem Nordkurier auf dem von der Band "Mühlenberg & Co" und PDS und SPD gemeinsam organisierten Konzert für den Frieden in Neustrelitz-Kiefernheide. Etwa 200 bis 250 Menschen kamen zu der kurzfristig anberaumten Veranstaltung. Sie waren sich darüber einig, dass Protest gegen den Krieg auch weiter laut werden müsse. Von dem gegen den Willen von Millionen und ohne UN-Mandat begonnenen Krieg dürfe man sich nicht mundtot machen lassen, hatte der Sänger Arco Mühlenberg zu Konzertbeginn erklärt. Diesem Gedanken schloss sich auch die Neustrelitzerin Ramona Schön mit einer öffentlichen Wortmeldung an. Sie erinnerte vor allem an die vielen Kinder, die schon seit dem letzten Irak-Krieg in ihrer Heimat litten. Durch den Krieg gäbe es erneut zivile Opfer und darunter wiederum Mütter mit ihren Kindern.
Die Neustrelitzer Gymnasiastin Jasmine Stein appellierte ebenfalls an den Friedenswillen der Menschen, benannte aber auch ihre Ängste. "Was wir haben zu vererben, daran wird die Erde sterben." zitierte sie aus einem 1998 entstandenen Gedicht, das ein Freund schrieb.
Der Neubrandenburger Landtagsabgeordnete Torsten Koplin (PDS) betonte, dass "wir nur ohnmächtig sind, wenn wir selbst meinen, dass wir es wären" Auch gegenüber dem Nordkurier bestätigten viele Besucher des Friedens-Konzertes, dass Proteste nicht leiser werden dürften. "Ich wünschte mir sogar eine öffentliche Protestdemonstration durch die Stadt", sagte die Neustrelitzerin Bettina Roßmann. Charlotte Fritzsche aus Wesenberg, unterstrich, dass man nicht tatenlos zusehen dürfe, bei dem, was passiere.
Öffentlich gegen den Krieg wandten sich gestern Nachmittag auch die Bürgermeister-Kandidaten Pflugradt (SPD), Richter (Einzelkandidat), Grund (Einzelkandidat) und Poland (CDU).
Die Veranstaltung war auch durch zahlreiche Helfer, so die Ipse, den dfb und die Firma Werdermann zustande gekommen, unterstrich PDS-Kreisgeschäftsstellenleiter Rolf-Dieter Kadgien gegenüber dem Nordkurier.
Nordkurier-Neustrelitz
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