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19.03.2003
Norden schaltet auf erhöhte Sicherheitsstufe - Timm: Schutz für jüdische Einrichtungen und Häfen

Schwerin Erhöhte Sicherheitsstufe in Mecklenburg-Vorpommern. Im Zuge der Eskalation im Irak-Konflikt sind seit gestern besonders gefährdete Bereiche wie jüdische Einrichtungen unter Schutz gestellt, verkündete Innenminister Gottfried Timm (SPD) in Schwerin. Die Seehäfen listete der Minister als einen der wenigen weiteren sensiblen Bereiche im Land auf. Vor allem Passagierschiffe mit amerikanischen Fahrgästen müssten bewacht werden. Das gelte auch für Landausflüge.

"Grundsätzlich sehe ich aber keine Gefährdung für die Menschen in MV", betonte Timm. In dieser Hinsicht erleichtere ihm das Nein der Bundesregierung zum Krieg seine Arbeit als Innenminister erheblich.

Dennoch hat eine aus mehreren Landesministerien, Polizei, Bundesgrenzschutz und Bundeswehr formierte "Koordinierungsgruppe Terrorismus" ein umfassendes Sicherheitspaket für MV aufgelegt. So stehen zusätzliche Polizeikräfte in Einsatzbereitschaft. Darüber hinaus werden laut Timm vor allem unangemeldete Demonstrationen sowie Asylbewerberheime mit einer größeren Zahl muslimischer oder islamistischer Bewohner verstärkt beobachtet.

Im Fall eines Kriegsausbruchs entscheidet der Landesstab zusammen mit der "Koordinierungsgruppe internationaler Terrorismus" von Bund und Ländern anhand der Gefährdungslage über weitere Schritte.

Die als potenzielles Anschlagsziel eingeordnete Seewirtschaft liegt in Sachen Sicherheit auf Kurs. "Wir sind vorbereitet", kam es kurz und knapp von der Fährreederei Scandlines in Rostock. Krisenszenarien seien durchgespielt."Wir warnen aber vor unnötiger Panikstimmung", sagte Sprecherin Martina Golla-Paap.

Der Rostocker Seehafen setzt die auf Druck der USA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2000 beschlossene Verschärfung der internationalen Sicherheitsstandards für Schiffe und Häfen, den so genannten ISPS-Code, vorfristig um. Teile des ab Juli 2004 gültigen Regelwerks, das u. a. verschärfte Kontrollen von Gepäck, Ladung sowie beim Zugang zu Schiffen und Hafenanlagen vorschreibt, würden bereits mit dem Start der diesjährigen Kreuzfahrtsaison realisiert, sagte Rostocks Hafenkapitän Stefan Rathmanner. "Es wird auf jeden Fall nicht mehr Passagierschiffe zum Anfassen geben", kündigte er an, wollte aber keine Details verraten.

Allerdings werde man bei aller Vorsicht nicht überziehen, versicherte Rathmanner. "Es werden nicht überall Stacheldrahtzäune stehen und Sicherheitsleute mit Maschinenpistolen herumlaufen."

Schweriner Volkszeitung

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