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15.03.2003
Keine Zeugen nach brutalem Überfall auf irakischen Jungen gefunden - Staatsschutz ist weiterhin mit den Ermittlungen in Schwerin betraut
Schwerin (ddp). Für den Überfall auf einen irakischen Jungen in einer Schweriner Straßenbahn (der Nordkurier berichtete) werden noch immer Zeugen gesucht. Der Zehnjährige war nach eigener Aussage am Mittwochabend von einem etwa 20 Jahre alten unbekannten Mann bedroht und geschlagen worden.
Die Vermutung, dass der Täter aus der rechtsextremen Szene stammen könnte, habe sich bislang nicht erhärtet, sagte gestern ein Polizeisprecher. Anhand der Videoaufnahme einer Überwachungskamera konnte die Polizei den Tathergang inzwischen teilweise
rekonstruieren. Dabei hätten sich die Aussagen des Jungen weitgehend bestätigt. Der Täter sei, wie vom Opfer beschrieben, kahlgeschoren gewesen. Kleidung und Verhalten ließen jedoch keine Rückschlüsse auf eine politisch motivierte Tat zu. Der Unbekannte habe eine Nietenkette getragen, ferner Jeans, Turnschuhe und ein T-Shirt mit einer Marihuana-Pfeife darauf.
Der Staatsschutz der Kriminalpolizei sei weiterhin mit den Ermittlungen betraut. Der Täter soll dem Jungen in der Straßenbahn ein Butterfly-Messer an den Hals gehalten und dessen Jacke aufgeschlitzt haben. Unter Morddrohungen habe er den Jungen zwingen wollen, seinen Walkman herauszugeben. Vermutlich wurde auch eine Zeugin in der Bahn vom Täter bedroht, wie der Polizeisprecher sagte. Die Frau habe sich bislang jedoch nicht gemeldet.
Nordkurier
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