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14.03.2003
Schill-Partei will sich im Kreis profilieren - Herbert Lesch zum Vorsitzenden in Parchim gewählt - Mitgliederzuwachs aus Ludwigslust

Parchim. Gut ein Jahr nach seiner Gründung will sich der Ortsverband Parchim der Partei rechtsstaatlicher Offensive (Schill) im Landkreis neu orientieren. "Unsere Hoffnungen beim Start haben sich nicht erfüllt. Der Schwung von Hamburg reichte nicht bis in den Landtag Mecklenburg- Vorpommerns", erinnert sich Herbert Lesch, Gründungsmitglied und seit Mitte Februar 2003 neuer Vorsitzender der Schillpartei im Landkreis Parchim. Der 45- jährige Wendorfer und seine Mitstreiter haben die Situation analysiert: "Es konnte nicht funktionieren. Die Partei war viel zu sehr mit sich selbst befasst. Personalfragen standen vor den Sachthemen. Wir mussten uns von einigen Leuten trennen, für die eine persönliche Profilierung wichtiger war als die der Partei", so der neue Ortsverbandschef.

Das Wahlergebnis vom September vergangenen Jahres sieht er trotzdem mit Freude. "Fürs erste Mal war es nicht schlecht. In manchen Orten haben wir sogar Grüne und FDP überholt." Jetzt ist für Herbert Lesch der Zeitpunkt gekommen, auf der Grundlage gefestigter Strukturen mehr Sacharbeit zu leisten. Wichtig erscheint ihm, den Bürgern die Ziele jener Partei zu verdeutlichen, die sich mehr und mehr vom Namen ihres Begründers löst und auch regional eigene politische Akzente setzen möchte. "Potenzielle Wähler müssen wissen, wo die Partei rechtsstaatlicher Offensive steht. Unser Standort ist keineswegs soweit rechts wie mancher vermutet", sagt der Ingenieur-Ökonom, der in der Baubranche Projektmanagement, Analyse und Controlling betreibt. Lesch richtet seinen Blick bereits auf die nächsten Kommunalwahlen. Er sieht in den eigenen Reihen erheblichen Handlungsbedarf, damit die Wähler besten Wissens ihre Stimme abgeben können.

"Schwerpunkte setze ich persönlich in der Wirtschaft. Der Mitgliedszwang in Vereinen und Verbänden, zum Beispiel in der IHK, muss unbedingt abgeschafft werden. Er stellt eine enorme Belastung für viele Handwerksbetriebe dar", sagt Lesch aus eigener Erfahrung. Er kritisiert auch das verabschiedete Tariftreuegesetz und bestehende Kündigungsregelungen. Ein großes Betätigungsfeld sieht der Vorsitzende des Ortsverbandes auch beim Thema Sicherheit. "Ganz besonders liegt mir als Familienvater, der auch in der Elternvertretung aktiv ist, die Bildungspolitik am Herzen. Es kann doch nicht sein, dass hierzulande ein Abitur abgelegt werden kann, bei dem nicht einmal Deutsch als Muttersprache geprüft wird", empört er sich. Ebenso moniert Lesch die Tatsache, dass während der Faschingszeit die Turnhalle für entsprechende Veranstaltungen zur Verfügung stehe, während der Sportunterricht der Kinder bei einem Spaziergang am See absolviert werde.

Dem neuen Ortschef schwebt vor, die Profilierung seiner Partei auf eine Vielzahl von Themen auszudehnen. Die Ablehnung eines Krieges gegen den Irak, so lange kein UNO-Mandat dafür vorliegt, gehört dazu ebenso wie öffentliche Veranstaltungen zu Fragen, die in der Region für Schlagzeilen sorgen. Neu im Ortsverband, der für Interessenten offen steht, sind Mitglieder des ehemaligen Ortsverbandes Ludwigslust, die nach dessen Auflösung den Weg ins Parchimer Land fanden. Mit ihnen zählt die Schill-Partei jetzt 34 Mitglieder.

Barbara Arndt

Schweriner Volkszeitung-Parchim

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