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13.03.2003
Weniger Spätaussiedler kommen in den Kreis Demmin - Unterbringung in Übergangswohnungen - Kein Wohnheim mehr


Von unserem Redaktionsmitglied Kirsten Gehrke

Demmin. Die Gemeinde Tutow wolle für den Kreis erst einmal keine neuen Spätaussiedler mehr in ihren Wohnungen unterbringen. Das sagte Vize-Landrat Thomas Disterheft gegenüber dem Nordkurier. Der Landkreis ist für die Unterbringung von Spätaussiedlern verantwortlich. Das Amt in Tutow habe seine Entscheidung damit begründet, dass es in den Neubaugebieten dort keine Überzahl an Spätaussiedlern geben soll.

Unterdessen hat sich der Landkreis von seinem Wohnheim in Siedenbrünzow getrennt. Eine derartige Einrichtung gibt es nun gar nicht mehr. "Die Spätaussiedler werden in Übergangswohnungen untergebracht", erklärte Disterheft. "Im Moment hauptsächlich in Stavenhagen." Neben Tutow habe nämlich auch Demmin die Aufnahme für Neuankömmlinge gedrosselt. Laut Vize-Landrat hat die dortige Wohnungsbau- und Verwaltungs-GmbH so argumentiert, dass sie derzeit einen zu geringen Leerstand an Wohnungen habe und die Unterbringung nicht mehr übernehmen könne. "Und aufs Dorf wollen die Spätaussiedler nicht ziehen."

Rückläufiger Trend

Die Zahl der meist Russlanddeutschen ist indes zurückgegangen. Kamen 1998 noch 175 Menschen in den Landkreis Demmin, so waren es im vorigen Jahr 148, 2001 waren es 158. In diesem Jahr nahm der Kreis bisher 14 Spätaussiedler auf. "Der Trend ist rückläufig", stellte Disterheft fest. Wie er erklärte, müsse der Landkreis pro Jahr 5,42 Prozent der Spätaussiedler aufnehmen, die nach Mecklenburg-Vorpommern "verteilt werden". Das werde ähnlich gehandhabt wie bei der Aufnahme von Asylbewerbern (Nordkurier berichtete).

Da Spätaussiedler mit der Einreise nach Deutschland automatisch eingebürgert werden und einen deutschen Pass erhalten, gingen insgesamt die Einbürgerungen im Landkreis zurück. Im vergangenen Jahr wurden zwei Bürger - einer aus Cuba und einer aus Polen - eingebürgert. 2001 waren es noch 10 Leute, die einen deutschen Pass erhielten. Sie stammten aus Vietnam, der Türkei, China, dem Libanon, Polen und der Slowakei. Im Jahr 2000 gab es im Kreis sechs Einbürgerungen für Menschen aus Ägypten, Kasachstan und Rumänien.

Eine doppelte Staatsangehörigkeit sei indes nicht meldepflichtig beim Kreis, kommentierte Disterheft die Statistik. Deshalb könne hier die Behörde auch keine statistischen Angaben machen.

Nordkurier-Demmin

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