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07.03.2003
Neuer Zeuge im Prozess gegen NPD-Chef - Verfahren wird in Stralsund neu aufgerollt
Stralsund (ddp) Das Verfahren gegen den NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt vor dem Stralsunder Landgericht wird neu aufgerollt. Das Gericht sah sich gestern außer Stande, wichtige Zeugen innerhalb der vorgeschriebenen Zehn-Tages-Frist vorzuladen. Daher müsse das Berufungsverfahren gegen den Freispruch Voigts vom Vorwurf der Volksverhetzung und der Aufforderung zu Straftaten neu eingeleitet werden, sagte der Vorsitzende Richter Günter Schomburg.
Ein ZDF-Journalist hatte vor Gericht als Zeuge ausgesagt, dass auch ein norwegischer Journalist im August 1998 Augenzeuge der umstrittenen Rede Voigts gewesen sei. Darüber hinaus waren nach Angaben des NPD-Funktionärs seinerzeit auch Staatsschutzbeamte anwesend. Sie alle sollen nun als Zeugen vor Gericht gehört werden.
Voigt soll im Wahlkampf 1998 in Greifswald vor etwa 20 Jugendlichen zum bewaffneten Kampf aufgerufen haben. Der Angeklagte behauptet, in seiner Rede lediglich zur Verwendung geistiger Waffen geraten zu haben. An eine solche Äußerung kann sich der ZDF-Journalist allerdings nicht erinnern.
Der Korrespondent hatte seinerzeit die Rede für einen Beitrag des Magazins "Kennzeichen D" aufgezeichnet. Das Filmrohmaterial soll bei einem Brand im ZDF-Magazin 1999 vernichtet worden sein. Vor einem Jahr hatte das Amtsgericht Greifswald deshalb Voigt aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Stralsund Berufung eingelegt.
Ostseezeitung
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