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05.03.2003
Protest gegen Stellenstreichung hält weiter an - Verein kritisiert Pläne des Müritzkreis zu Ausländerbeauftragter


Vom Redaktionsmitglied Uwe Reißenweber

Müritzkreis. Nach den Regionalen Arbeitsstellen für Jugendhilfe, Schule und interkulturelle Arbeit hat jetzt auch der landesweit aktive Beratungsverein für Betroffene rechter Gewalt LOBBI an der geplanten Streichung der Stelle der Ausländerbeauftragten im Landkreis Müritz (der Nordkurier berichtete) Kritik geübt: "Wir kümmern uns ja nicht nur um Einzelfälle, sondern wollen auch darüber hinaus etwas bewirken. Personen wie die Ausländerbeauftragte, die sich um die Integration kümmern, spielen dabei eine große Rolle. Jeder Abbau in diesem Zusammenhang hat aus unserer Sicht etwas mit rechter Gewalt zu tun", sagte Kay Bolick vom Neubrandenburger LOBBI-Regionalbüro Ost, das auch für den Kreis zuständig ist.

Entwarnung könne keinesfalls gegeben werden, so der Mitarbeiter. Allein das Neubrandenburger Regionalbüro habe im vergangenen Jahr 28 Fälle rechter Gewalt gezählt; betroffen davon seien 67 Personen gewesen. 22-mal zählte LOBBI Angriffe auf Personen und sechsmal Sachbeschädigungen. Der Kreis ist allerdings nur mit zwei bekannt gewordenen Fällen vertreten - einem Angriff auf einen Togolesen in Waren sowie einer Hakenkreuzschmiererei. Schwerpunkte seien nach wie vor die Kreise Ostvorpommern und Uecker-Randow, schätzte Bolick ein. Daneben kümmert sich das Regionalbüro noch um die Städte Neubrandenburg, Greifswald und die Kreise Mecklenburg-Strelitz und Demmin.

Zur Seite gestanden LOBBI berät Opfer, gibt ihnen Beistand und hilft mit Informationen beispielsweise über rechtliche Möglichkeiten. Gefördert wird die Arbeit durch das Civitas-Programm der Bundesregierung. Zumeist werden die Opfer von Übergriffen aufgesucht, allein das schon sei ein Zeichen von Solidarität, meinte Bolick. Bei über der Hälfte der aufgelisteten Fälle habe man beratend zur Seite stehen können. Darunter seien auch Menschen gewesen, die bei der Polizei keine Anzeige erstatten und auch keine Öffentlichkeit wollten. Man gehe weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus. Opfer können sich unter 0160 / 844 21 89 melden.

Nordkurier-Waren

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