Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

05.03.2003
Keine Entwarnung - Mecklenburg-Vorpommern: Beratungsverein LOBBI zählte im vergangenen Jahr 70 gewalttätige Angriffe mit rechtem Hintergrund

In Mecklenburg-Vorpommern findet durchschnittlich jede Woche mindestens ein Angriff mit rechtem Hintergrund statt. Das stellt der landesweit aktive Beratungsverein für Betroffene rechter Gewalt LOBBI e.V. in seiner Jahresauswertung für 2002 fest. LOBBI teilte am Montag mit, daß die Mitarbeiter in den drei Regionalbüros mindestens 70 bekanntgewordene Fälle gezählt hätten, darunter 45 tätliche Angriffe auf Personen. Mehrheitlich seien dies gefährliche Körperverletzungen, wie die Knüppel-Attacke einer Gruppe Rechter auf drei Togolesen im Dezember in Pasewalk. Eine der Gewalttaten hatte den Tod des Opfers, des 19jährigen Behinderten Klaus L., zur Folge. Friedhöfe, Mahnmale und Gedenkstätten wurden LOBBI zufolge in Mecklenburg im vergangenen Jahr 13 Mal geschändet.

Bei dem Großteil der mehr als 130 beratenen Betroffenen handelt es sich um Flüchtlinge und alternative Jugendliche. LOBBI geht weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus. Von einem deutlichen Rückgang rechter Gewalt und rassistischer Vorbehalte in der Gesellschaft spüren die Betroffenen in Mecklenburg nicht viel. Alarmierend ist für den Beratungsverein auch die Ablehnung von neuen Flüchtlingsunterkünften durch große Teile der Bevölkerung in Ducherow, Bad Doberan, Neustrelitz, Anklam und anderen Orten.

junge welt

diskutieren? auf ins Forum!