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Bühne für ein Miteinander finden

Eine Woche lang weilten Schüler und Studenten aus mehreren Ländern in Parchim und lernten in einem Workcamp das Leben von Flüchtlingen in ihren Gemeinschaftsunterkünften kennen. Bevor sie jetzt in ihre Heimatländer zurückkehren, gab es ein gemeinsames Fest in der Kreisstadt.

21.08.2007

von Michael-Günther Bölsche

PARCHIM - Es sollte ein gemeinsames Fest werden zwischen den Teilnehmern des internationalen Workcamps, den in der Parchimer Ge meinschaftsunterkunft lebenden Asylbewerbern sowie dem Integrationsbeirat und Parchimer Einwohnern. Doch leider blieben die Organisatoren und die Bewohner der Unterkunft fast unter sich. Nur wenige Parchimer, darunter Lothar Spatzier, der Stadtvertreter Norbert Wiencke, Hans-Jürgen Stutz vom Integrationsbeirat und Angelika Zwinscher, fanden den Weg in die Ludwigsluster Chaussee, wo sich das Asylbewerberheim befindet.

Für die Kinder gab es einige Stationen, die Sport, Spiel und Kreativität boten. So konnten die Lütten in einem Sinnesspiel verschiedene Dinge durch Geschmack oder Geruch erkennen. Marmi aus Japan zeigte den Kleinen die japanische Faltkunst Origami.

Im Klubraum der Gemeinschaftsunterkunft kamen unterdessen die Erwachsenen zu Gesprächen zusammen. Es entwickelte sich eine zum Teil lebhafte Diskussion. Die Akteure des Workcamps hatten verschiedene Aussagen von Erlebnisberichten der Asylbewerber zusammengefasst und damit die Parchimer konfrontiert. Die Kernaussagen waren, dass man sich isoliert fühle und relativ wenige Kontakte zu den Parchimern bestünden. Es kam aber auch zum Ausdruck, dass man nicht nur auf eine Zusammenarbeit warten solle, sondern diese auch anbieten müsse. Allerdings fällt dies schwer, da die Bewohner aus unterschiedlichen Kulturkreisen sich selber erst zu einer Gemeinschaft finden müssen. Norbert Wiencke beispielsweise könnte sich vorstellen, dass gemischte Musikgruppen aus den anderen Ländern ein Podium bei Veranstaltungen in der Kreisstadt finden könnten. Auf sportlichem Gebiet sind erste Ansätze vorhanden, die weiter ausgebaut werden könnten. Ein Hauptproblem sind sicher die Vorurteile auf beiden Seiten.

Ein Lob bekamen die Teilnehmer des Workcamps für ihre Arbeiten an den Vormittagen. Sie hatten Spielplätze gepflegt und den Uferbereich des Wockersees gereinigt (SVZ berichtete).

Schweriner Volkszeitung-Parchim

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