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04.03.2003
Müritz-Kreis will Ausländerbeauftragte streichen - Verein übt scharfe Kritik an Sparplänen - Sprecherin: Empfehlung des Landesrechnungshofes
Müritzkreis (ure). Mit "Erstaunen und Unverständnis" haben gestern die Regionalen Arbeitsstellen für Jugendhilfe, Schule und interkulturelle Arbeit Mecklenburg-Vorpommern e.V. (RAA) mit Sitz in Waren in einem Brief an alle Kreistags-Fraktions-Chefs auf die vom Landratsamt geplante Streichung der Stelle der Ausländerbeauftragten protestiert. In dem Papier wird dem Kreis - der 1993 mit der Einrichtung einer solchen Stelle eine Vorreiterolle im Lande übernommen habe - vorgeworfen, sich "offensichtlich ohne weitere öffentliche und fachliche Diskussion aus der übernommenen Verantwortung wieder herauszuziehen". Dies sei ein falsches politisches Signal, so Christian Utpatel von den RAA.
Das Profil der Ausländerbeauftragten umfasse eine Vielzahl von Aufgaben, argumentieren die Verfasser. Dazu zählten zahlreiche Angebote, die sich unmittelbar an die rund 1200 Ausländer und Aussiedler im Landkreis Müritz richteten, aber auch die Information, Aufklärung und Beratung der einheimischen Bevölkerung. "Dass dieser Bedarf in Schulen, Kindergärten und Verwaltungen nicht geringer ist als vor zehn Jahren, ist ein Fakt, mit dem auch wir in unserer täglichen Arbeit konfrontiert werden", meinte Utpatel. Integration gewinne auch durch die dramatischen Veränderungen bei der Bevölkerungsentwicklung im Land eher noch an Bedeutung. In einer solchen Situation ein permanent genutztes Angebot zu streichen, wäre unverantwortlich gegenüber den Zielgruppen. Der Müritzkreis habe in den vergangenen Jahren nicht unerhebliche Mühen aufgewandt, sich als eine weltoffene und tolerante Region zu präsentieren. Die Erfolge zeigten sich nicht nur in den Statistiken des Tourismusverbandes, sondern vielmehr auch in der Tatsache, dass eine zunehmende Zahl von Menschen mit Migrationshintergrund in den Schulen, Betrieben und Kindergärten anzutreffen sei, die dauerhaft im Kreis eine Heimat gefunden hätten. Integration sei aber nicht zum Nulltarif zu haben, mahnen die RAA und appellieren an die Abgeordneten, neben finanziellen auch sachliche und fachliche Gründe bei ihrer Entscheidung abzuwägen.
Kreis-Sprecherin Bettina Paetsch entgegnete dem, dass die Stelle auf Empfehlung des Landesrechnungshofes (LRH) auf den Prüfstand gekommen sei, da es sich nicht um eine Pflichtaufgabe handele. Der LRH hatte bekanntlich auf Bitten des Kreises dessen Finanzpolitik geprüft, um Ansätze zur Konsolidierung des Etats zu finden. Man sei sich aber der Bedeutung bewusst und wolle versuchen, die Aufgabe im Hause zu verteilen. Die Stelle solle zum Juli 2004 auslaufen.
Nordkurier-Waren
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