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03.03.2003
Rostocker sagen Nein zum Krieg gegen den Irak - Mehr als 2000 Menschen auf dem Uni-Platz

Ein breites Bündnis hat gerufen, und mehr als 2000 Männer und Frauen aller Altersgruppen kamen. Vom Rostocker Universitätsplatz ging mit Worten und Transparenten eine klare Botschaft aus: "Wir sind gegen eine Militäraktion im Irak." Organisatoren waren das Aktionsbündnis "Nein zum Krieg" und das Rostocker Friedensbündnis.

Etwa 35 Einzelpersonen und Organisationen wie Parteien, Gewerkschaften und Kirchen beteiligten sich, berichtet Pastor i. R. Arvid Schnauer. Er freute sich, dass sie eigentlich unterschiedliche Positionen dem Bekenntnis zum Frieden unterordneten. Es gehe nicht darum, Saddam Hussein zu stützen, betonten alle Redner wie der PDS-Europaabgeordnete André Brie, der unter Beifall auch langfristige Vernichtung von Massenvernichtungswaffen in den USA forderte. Der frühere Landtagsprsäident Hinrich Kuessner (SPD) wünschte Präsident George W. Bush, dem Frieden eine Chance zu geben.

Dass erhofft sich auch der seit Jahren in Rostock lebende Iraker Hikmat Al-Sabty. "Jeder hofft dort auf den Sturz des Tyrannen Saddam", sagt er. Nur: "Wenn die Amerikaner kommen, setzen sie das Leben von Tausenden Menschen aufs Spiel." Deshalb spricht sich Hikmat Al-Sabty gegen Krieg aus. Vor sieben Monaten besuchte er zuletzt seine Heimat. Da war von Kriegsangst noch nichts zu spüren. In Telefonaten der vergangenen Wochen sah das anders aus. Im Falle eines Krieges, könnte die Bevölkerung auch Opfer von Militäraktionen eines in die Enge getriebenen Diktators werden, fürchtet Hikmat Al-Sabty.

Nordeutsche Neueste Nachrichten

03.03.2003
Irak war auf einmal ganz nahe - Gäste schilderten auf Kundgebung Situation in ihrem Heimatland

Stadtmitte (OZ) Mehr als 2000 Menschen trafen sich am Wochenende zur Friedens-Kundgebung am Universitäts-Platz. Eingeladen hatte das Aktionsbündnis "Nein zum Krieg", dem 36 Organisationen und zahlreiche Einzelpersonen angehören.

Viele Rostocker waren mit der ganzen Familie in die Innenstadt gekommen, um ihrer Forderung nach einer friedlichen Lösung für den Irak Ausdruck zu geben. Mehrere Exil-Iraker und auch der Europa-Abgeordnete André Brie, der den Irak gerade besucht hat, verschafften den Besuchern einen Eindruck von dem, was sich in dem Land derzeit abspielt. Dr. Hikmath Al-Sabty, ein Iraker, der seit 22 Jahren in Rostock lebt, berichtete, dass derzeit der Kontakt zu den noch im Irak lebenden Verwandten komplett abgerissen ist. "Seit zwei Wochen ist die Kommunikation praktisch Null", erzählte er. Für ihn und seine Familie ist die Situation schwer zu ertragen.

"Die zwölfjährigen Sanktionen gegen den Irak sind schon jetzt ein furchtbarer Krieg gegen die Kinder", schilderte Dr. Maher Fakhouri, Leiter des Islamischen Bundes in Rostock, die aktuelle Situation in dem Land und auch André Brie bestätigte, dass im Irak täglich Kinder an Unterernährung und heilbaren Krankheiten sterben, weil durch das Embargo Lebensmittel und Medikamente fehlen. Gemeinsam war den Rednern die Forderung, dem irakischen Volk selbst die Möglichkeit zu geben, seine Situation zu verändern.

Bei den Gästen der Kundgebung weckte vor allem die Tatsache, dass sich der Irak jetzt möglicherweise den Forderungen nach Zerstörung seiner Waffen beugt, neue Hoffnung. Um eine friedliche Lösung zu fordern, wird es weitere Aktivitäten in Rostock geben. Das Aktionsbündnis "Nein zum Krieg" trifft sich am Mittwoch um 20 Uhr erneut im Gewerkschaftshaus, um Ideen zu beraten.

Ostseezeitung-Rostock

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