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28.02.2003
Rechte Aktivitäten nicht rückläufig - Region Vorpommern schert aus Landestrend aus - MAEX arbeitet unter erschwerten Bedingungen
Wolgast (OZ) Ostvorpommern ist nach wie vor eines der Zentren rechtsextremistischen Gedankengutes in Deutschland. "Es gibt kaum eine Gegend, wo derart viele Druckerzeugnisse mit nationalistischen Inhalten verbreitet werden, wie zwischen Greifswald und Pasewalk", so Günther Hoffmann vom Civitas-Projekt des Bundesfamilienministeriums mit Sitz in Anklam.
Damit trat Hoffmann Auffassungen der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns entgegen, die seit kurzem den vermeintlichen Rückgang des Rechtsextremismus im Land konstatiert. Zwar stimmte Hoffmann zu, dass es inzwischen eine größere Offenheit in der Bevölkerung zu dem Problem gäbe. Die Anzahl rechtsextremer Aktivitäten aber sei im Bereich Vorpommern keinesfalls zurückgegangen, betonte er. Dabei agiere die Szene deutlich disziplinierter und mehr im Hintergrund als noch vor zwei bis drei Jahren.
Erst am vergangenen Wochenende waren flächendeckend insgesamt ca. 11 000 Flugblätter zum Todestag von Horst Wessel in ostvorpommersche Briefkästen sowie im Uecker-Randow-Kreis verteilt worden. Presserechtlich verantwortlich zeichnete dafür Enrico Hamisch aus Bansin. Auch der regelmäßig auftauchende "Inselbote" stammt aus dessen Redaktion. In Lassan sorgte der "Jungsturm Lassan" jüngst für Aufsehen, eine Art Rundbrief an braune Gesinnungsgenossen.
Selbst Bernd Schubert (CDU), Landtags- und Kreistagsabgeordneter aus Ducherow meint: "Im Griff haben wir die Sache noch lange nicht". Er muss es wissen. Agierten in Ducherow doch lange Zeit die Deutsch-Nationalen unverhohlen und probten beispielsweise im dortigen Jugendklub ihren provokanten Aufmarsch am Golm im Vorfeld des Volkstrauertages im letzten Jahr. Inzwischen seien erste Erfolge beim Zurückdrängen dieser Aktivitäten sichtbar, vor allem, so Schubert, dank des gemeinsamen Agierens von Gemeinde, Schule, Eltern und auch der vor Jahren vom Innenministerium eingerichteten MAEX, der "Mobilen Aufklärungseinheit Rechtsextremismus".
Gerade die aber hat es zunehmend schwer, selbst in eigenen Reihen Unterstützung für ihre Arbeit zu finden. Immer öfter wird die MAEX innerhalb der Polizeidirektion für andere Aufgaben eingesetzt. "Eine Erklärung dafür, dass wir sie in Ducherow kaum noch sehen", mutmaßt Bernd Schubert. Geradezu unglaublich auch die technische Ausstattung des neun Mann starken Teams: In dem hochmodernen Anklamer Polizeineubau steht ihnen gerade mal ein PC, allerdings ohne Internetzugang zur Verfügung. Auch ein eigener Faxanschluss existiert nicht.
Ostseezeitung-Wolgast
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