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28.02.2003
Tübinger Friedens-Aktivist provozierte mit seinen Thesen - Rostocker Jusos hatten zu Diskussion geladen

Kröpeliner-Tor-Vorstadt (OZ) "Abrüstung oder Öl - Worum geht es im Irak-Konflikt?" Diese Frage versuchte am Mittwochabend Tobias Pflüger (38) vor rund 60 Zuhörern bei den Rostocker Jusos zu beantworten. Der Politikwissenschaftler aus Tübingen ist Mitarbeiter des Vereins Informationsstelle Militarisierung und verfasst seit sieben Jahren Analysen zur Nato, Bundeswehr und den Konfliktregionen der Welt.

Im Jahr 2000 erregte der Aktivist der Friedensbewegung bundesweit Aufsehen, als er während der Nato-Bombardierungen von Jugoslawien Bundeswehrsoldaten aufrief, zu desertieren. Das brachte ihm ein Verfahren ein, bei dem er jedoch freigesprochen wurde. Anfang Februar erneuerte er seinen Aufruf, diesmal an die die deutschen Besatzungsmitglieder der Awacs-Flugzeuge gerichtet, auf einer Kundgebung während der Münchner Sicherheitskonferenz. Diesmal wurde er verhaftet und nach einigen Stunden wieder freigelassen.

Die Rostocker Jungsozialisten verblüffte der 38-Jährige mit provokanten Thesen. Ein Beispiel: Der geplante Angriff auf den Irak sei nur ein Test für die neue Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten. Zugleich sparte er nicht an Kritik an der Bundesregierung. Die mache "alles, was unsere amerkanischen Freunde wollen, außer mitbomben". Stückweise habe sie ihre Haltung aufgeweicht, erläuterte Pflüger und nannte Zugeständnisse bei Awacs-Flugzeugen, Patriot-Raketen und Fuchs-Spürpanzern als Beispiele. "So viel Kritik, trotz der SPD-Fahnen, die draußen hängen", sagte nachher ein junger Mann mit Kopftuch, "das find' ich gut."

Ostseezeitung-Rostock

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