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28.02.2003
Gedenkveranstaltung zur Bücherverbrennung - Gesprächsrunde im Neustrelitzer Rathaus - Besinnung am Schlossberg zum 70. Jahrestag geplant
Neustrelitz (mt). Neustrelitz ist neben Rostock und Greifswald eine von drei Städten in Mecklenburg-Vorpommern, in denen es 1933 Bücherverbrennungen durch die Nazis gegeben hat. Aus Anlass des 70. Jahrestags dieser Tat soll es in der Kreisstadt mehrere Veranstaltungen um den 10. Mai geben. Dazu hat sich parteiübergreifend eine Kommission gebildet, erklärte Josef-Adolf Weindich. Die Schirmherrschaft hat Kreistagspräsident Stefan Rudolph (CDU) übernommen.
Initiator ist der landesweite "Verein zur Erhaltung des Gedankens der Bücherverbrennung" mit seinem Vorsitzenden Johannes Scheringer. Da in Neustrelitz die Verbrennungen später als in anderen Orten erfolgten, soll es die Gesprächsrunde mit Jugendlichen im Rathaussaal auch erst am 13. Mai geben, umreist Weindich das Ergebnis der ersten Vorbereitungssitzung. Ab 16 Uhr sind junge Leute eingeladen, sich an Gesprächen zu dem Problem zu beteiligen. Zwei Schriftsteller werden aus ihren Werken lesen, es gibt einen historischen Abriss der Ereignisse von 1933. Es ist eine kleine Ausstellung geplant, in der einige Werke, die damals verbrannt wurden, präsentiert werden.
Höhepunkt des Tages ist aber die Veranstaltung am Ort der Neustrelitzer Bücherverbrennungen, dem ehemaligen Parade- und Exerzierplatz (heute Buttelplatz). Dorthin wollen die Teilnehmer der Runde im Rathaus zu 18.30 Uhr geschlossen gehen. Weitere Gäste seien willkommen. Auf dem Straßenkreuz vor dem Schlossberg soll ein Aschehaufen an die Tat erinnern, erklärt Josef-Adolf Weindich. Es wird Ansprachen und Musik geben.
Bereits am eigentlichen Tag der Bücherverbrennungen gestaltet der Hans-Fallada-Klub ein musikalisch-literarisches Programm im Logenhaus. Der Kreistagspräsident wird alle Organisationen in Mecklenburg-Strelitz auffordern, sich an der Vorbereitung dieser Veranstaltungen zu beteiligen, unterstreicht Weindich. Ende März soll es die nächste Vorbereitungsrunde geben.
Nordkurier-Neustrelitz
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