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25.02.2003
Prügelei an der Grimmener Tankstelle - Opfer bezeichnete Täter in Prozeß als Nazi
Grimmen (OZ) Eine Prügelei an einer Grimmener Tankstelle steht im Mittelpunkt einer recht ungewöhnlichen Verhandlung im Amtsgericht. Frank J. (Namen von der Redaktion geändert) soll hier Tino G. im November 2001 nach Strich und Faden verprügelt haben. Ungewöhnlich ist die Verhandlung deshalb, weil zum einen elf Zeugen geladen wurden. Und zum anderen, weil Frank J. zwar ziemlich stabil gebaut, aber dennoch etwa einen Kopf kleiner ist als der Geschädigte. Schwer vorstellbar also, dass der Kleine den anderen am Hosenbund über den Platz gezerrt haben soll, nachdem er ihn mit der Faust ins Gesicht und dann den Kopf auf die Motorhaube schlug. "Dann hat er mich auch noch getreten, als ich die Hände schützend vors Gesicht hielt", so der Geschädigte.
Der 29-jährige Täter schildert das Geschehene etwas anders. Mit "geiler Mantel, scheiß Alte" habe ihn Tino G. damals provoziert. "Er hat meine Freundin beleidigt, da bin ich ausgerastet", erzählt Frank J.
Ja, er habe ihm die Faust ins Gesicht geschlagen. Und ja, am Hosenbund habe er ihn auch gepackt. "Aber nicht getreten", beteuert der Angeklagte immer wieder.
GERICHTSBERICHT
Elf Zeugen sollen Klarheit ins den Fall bringen. Doch drei davon waren damals gar nicht dabei. Und die anderen haben entweder gesehen, dass Tino G. getreten hat oder versichern, dass er nur zuschlug. Und wieder andere können sich nicht mehr erinnern. Weil der November 2001 doch schon ziemlich lange zurück liegt. Oder weil sie an dem besagten Abend ein wenig betrunken waren.
Doch an eine Sache können sich gleich mehrere Zeugen erinnern. Tino G. soll während der Prügelei geschrien haben: "Du Nazischwein, von so einem wie dir bin ich schon mal verprügelt worden." Ja, das sei richtig, gibt der Angeklagte zu.
Danach betritt Jochen K. den Verhandlungssaal. Ein Freund des Angeklagten und hin und wieder als Ordner in Diskotheken tätig. "Ich war es, der Tino damals von dem anderen Typen wegzog. Aber ich bin erst dazugekommen, als fast alles vorbei war. Ich habe noch gesehen, dass Tino den anderen mit dem Fuß trat. Aber nicht sehr doll. Es war eher so eine Art Aufforderung, sich endlich mal zu wehren", schildert Jochen K. den Tathergang an der Grimmener Tankstelle.
Schließlich wird das Verfahren gegen eine Geldauflage von 400 Euro eingestellt.
Ostseezeitung-Grimmen
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