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24.02.2003
Die Stimme erhoben gegen die Sprachlosigkeit - Antikriegsprogramm mit Texten, Film und Musik in Neustrelitz

Neustrelitz (sz). Ein Kind hat zu sprechen aufgehört, seit es von Soldaten misshandelt und sein Vater erschossen wurde. Eine Frau findet keine Worte mehr, seit sie den Foltertod beider Söhne mit ansehen musste. Ein Dokument der Sprachlosigkeit in apokalyptischer Ästhetik ist Werner Herzogs Film "Lektionen in Finsternis", entstanden nach dem Golfkrieg von 1991. Die Stimme zu erheben gegen einen erneut drohenden Krieg, war das Anliegen der gestrigen Veranstaltung "Nein zum Krieg!" in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz, in deren Zentrum der Film stand. Beteiligt waren zudem Künstler der Theater und Orchester GmbH sowie die Musiker Johannes Groh und Torsten Harder.

Die Idee zu einem solchen Programm war seit längerem entwickelt worden. Der internationale Aktionstag eine Woche zuvor, der allein in Berlin eine halbe Million Menschen auf die Beine brachte, habe den letzten Anstoß gegeben, sagte Dramaturg Matthias Wolf. Vorgetragen von den Schauspielern Jelena Fränzel, Ralph Sählbrandt und Arno Sudermann, belegte die Textauswahl die durch vermeintliche patriotische Interessen verbrämte Absurdität von Kriegen über die Jahrhunderte von einem Matthias-Claudius-Gedicht über Brechts "Flüchtlingsgespräche" bis zu einer Erzählung von Wolfgang Borchert. Das zugleich sensible und kraftvolle Cello-Duett von Groh und Harder spiegelte die Gefühlslage der Zuschauer: zwischen der Sorge vor dem Krieg und der Entschlossenheit, für einen friedlichen Ausweg einzutreten.

Nordkurier-Neustrelitz

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