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24.02.2003
Mit Phantasie weiter gegen Bombodrom - Initiative "Freier Himmel" begeht einjähriges Jubiläum - Politiker vermeiden große Versprechen
Von unserem Redaktionsmitglied Dirk Schroeder
Mirow. Die Botschaft war eindeutig. Man werde weitermachen, um die Realisierung des Truppenübungsplatzes Kyritz-Ruppiner Heide zu verhindern. Darin waren sich die mehr als 120 Gäste des Vereins "Freier Himmel", der am Sonnabend Abend im Mirower Ritterkeller sein einjähriges Bestehen beging, einig.
Auch die Politiker, die der Einladung von "Freier Himmel" gefolgt waren - einige ließen sich wegen Krankheit oder anderer wichtiger Termine entschuldigen - versicherten den Bürgern aus Mirow und Umgebung, alles zu tun, um das so genannte Bombodrom doch noch zu verhindern. Allerdings räumte der Landtagsabgeordnete Rudolf Borchert (SPD) ein, dass die Möglichkeiten der Schweriner Landesregierung beschränkt seien, Einfluss auf die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums zu nehmen. Entscheidend sei eher das Votum aus Potsdam, sagte Borchert in der Podiumsdiskussion. PDS-Landtagsabgeordneter Torsten Koplin regte an, das Thema in einer aktuellen Stunde im Schweriner Landtag behandeln zu wollen. Er werde dies seiner Fraktion vorschlagen, so Koplin.
Die Äußerungen der Politiker waren eher von Vorsicht geprägt. Koplin hielt sich auch mit Äußerungen zurück, weil er bisher das Problem nicht so stark im Blick gehabt habe. SPD-Bundestagsabgeordneter Götz-Peter Lohmann machte indes Mut, dass er ja bereits einmal gegen die Fraktionsmeinung gestimmt habe, als es um einen Bundeswehr-Einsatz auf dem Balkan gegangen sei. Auch er versprach, sich dafür einzusetzen, dass aus dem geplanten Bombodrom nichts wird, um negative Folgen für die Wirtschaft, vor allem den Tourismus, in der Region zu vermeiden.
Bei allen Versprechen geriet das einjährige Jubiläum des Bestehens von "Freier Himmel" fast in den Hintergrund. Der ersten Sprecherin der Initiative, Barbara Lange, war es dann vorbehalten, es auf den Punkt zu bringen, was man erreicht habe.,"Ein Jahr Freier Himmel wäre nicht möglich ohne zehn Jahre Freie Heide", hob sie die Verdienste der brandenburgischen Initiative hervor. Doch auch die Mecklenburger scheinen entschlossener denn je, ihren Teil zur Verhinderung des Bombodroms beizutragen. "Egal, wie die Entscheidung ausfällt, wir werden dagegen kämpfen mit phantasievollen Mitteln, sagte Hanjo Schmettau dem Nordkurier - offenbar stellvertretend für die Mehrheit der Bürger in der Mirower Region.
Nordkurier-Neustrelitz
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