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22.02.2003
Staatsanwaltschaft ermittelt nicht im Fall jüdischer Friedhof - Keine Erfolgsaussichten zur Schändung des letzten Jahres in Röbel
Röbel (tü/dl). Im Fall der Zerstörung von sechs Stelen und einer Tafel, die in der Müritzstadt Röbel an den jüdischen Friedhof in der Mirower Straße erinnern sollen (Nordkurier berichtete), wird es keine Ermittlungen geben. Die Neubrandenburger Staatsanwaltschaft sieht keinen Ansatz dafür.
Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Rainer Moser auf Nachfrage mitteilte, seien die Akten seit Mitte Januar bei der Staatsanwaltschaft gesichtet worden.
"Die Auswertung der Spuren hat nicht gereicht, um die Zerstörung bestimmten Personen anlasten zu können", sagte er. Man wolle schließlich Nachweise führen und keine Spekulationen nähren. "Alles, was möglich war, wurde gemacht", betonte Moser. Man rechne auch nicht damit, dass per Zufall der entscheidende Hinweis noch eingehen werde. "Es ist natürlich damit auch offen geblieben, ob eine politische Motivation dahinter steckt", räumte er ein. Möglicherweise gehöre die Tat zu den "heutzutage schlechten Angewohnheiten" Eigentum zu zerstören.
Der Vorfall hatte sich in der Nacht vom 15. auf den 16. August 2002 ereignet. Die Beton-Lehm-Kunstwerke, die junge Armenier und Deutsche Ende Juli vergangenen Jahres in Röbel errichtet hatten, waren offenbar mutwillig zerstört worden. Nur zwei in den Boden eingelassene Platten waren verschont worden. Robert Kreibig vom Verein "Land & Leute" vermutet Monate nach der Tat auch keinen politischen Hintergrund. Die Mitglieder um Kreibig beschäftigen sich seit längerer Zeit mit dem nicht mehr als Friedhof zu erkennenden Areal. Das Workcamp im Sommer hatte eigens das Ziel, den Ort mittels der Stelen und Tafeln zu kennzeichnen. Es sollte an den "Guten Ort" - wie Juden Bestattungsplätze nennen - erinnern.
Nordkurier
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