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22.02.2003
Bürgerinitiativen: Struck soll "Bombodrom"-Pläne stoppen

Mirow (dpa) Die Gegner des geplanten Truppenübungsplatzes "Bombodrom" beim brandenburgischen Wittstock haben ein baldiges Ende für die militärischen Planungen in der Kyritz-Ruppiner Heide gefordert. In einem Offenen Brief appellierten die Bürgerinitiative "Freie Heide" und die Initiative "Freier Himmel" aus Mirow (Mecklenburg-Strelitz) an Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD), Abstand von einem Anhörungsverfahren zu nehmen, das die militärische Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide befürwortet. Der Anhörungsbescheid sei "einseitig militärischen Interessen" geschuldet, heißt es im gestern veröffentlichten Schreiben. 2002 hatte sich der Landtag von M-V gegen die militärische Nutzung des Areals ausgesprochen, da Nachteile für den Tourismus zu befürchten seien.

Ostseezeitung

22.02.2003
Offener Brief kritisiert Minister Schreiben von Bombodrom-Gegnern - "Freier Himmel" begeht heute ersten Jahrestag


Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Nieswandt

Mirow. "Unser Ziel ist die Auflösung unserer Aktionsgemeinschaft. Und zwar dann, wenn die Gefahr, dass das Bombodrom entsteht, aus der Welt geschafft ist und der ,Freie Himmel‘ nicht mehr gebraucht wird", sagte die 1. Sprecherin Barbara Lange im Nordkurier-Gespräch anlässlich des einjährigen Bestehens der Aktionsgemeinschaft, das heute Abend in Mirow begangen wird. Die Auflösung sei allerdings nicht in Sicht, so lange die Bundesregierung ignoriere, dass auch Südmecklenburg vom Luft-/Bodenschießplatz Kyritz-Ruppiner Heide betroffen wäre. Gestern schickten Freier Himmel und die Bürgerinitiative Freie Heide einen gemeinsamen Offenen Brief an Bundesverteidigungsminister Peter Struck. Denn jetzt sei bekannt geworden, dass der SPD-Minister seine Unterschrift unter den das Bombodrom befürwortenden Anhörungsbescheid setzen und gleich danach das Bombodrom in Betrieb nehmen wolle. Im Brief heißt es: "Wir fordern den Verteidigungsminister auf, die in seinem Konzept vorgesehene Weiternutzung ! des Übungsplatzes Wittstock-Neuruppin aufzugeben. Darüber hinaus sollte der Bundesverteidigungsminister sich überlegen, ob er tatsächlich einen Übungsplatz weiternutzen will, der erst in den 50er Jahren und nur durch Enteignung, also unrechtmäßig entstanden ist."

An 1992 erinnert

Diese Sätze seien allerdings nicht aus der Feder der Autoren des Offenen Briefes, die dazu mitteilen: "Sie entstammen einer Pressemitteilung der SPD-Bundestagsfraktion vom 30. Oktober 1992, als deren Herausgeber Strucks Name mitgeteilt wird." Im Offenen Brief wird er gefragt, warum er jetzt als Minister nicht seine Möglichkeiten nutze, um seine Forderungen von 1992 durchzusetzen. Habe die Bundes-SPD damals ein existentielles Problem der Region genutzt, um sich zu profilieren, wrid weiter gefragt. Der Brief endet mit einer Einladung in die Region und der Bitte um Antwort. Bei allen bisherigen Schreiben an das Ministerium allerdings seien nicht einmal Eingangsbestätigungen gekommen, kritisiert Barbara Lange. Dort war gestern nachmittag keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Veranstaltung heute im Ritterkeller in Mirow wendet sich nicht nur an die fast 180 Freier-Himmel-Mitglieder, sondern an alle Interessierten. Sie beginnt um 19 Uhr mit der Eröffnung einer Dokumentation über ein Jahr Aktionsgemeinschaft, es folgen Infos und Gespräche beim "Politschwatz", Musik und Tanz.

Nordkurier-Neustrelitz

22.02.2003
Fünf Parteien schultern Klagekosten - Vertrag gegen Bombodrom

Rechlin (ek). Seit gestern steht es schwarz auf weiß: Die Stadt Röbel, die Ämter Röbel-Land, Rechlin sowie die Mecklenburg-Strelitzer Ämter Wesenberg und Mirow werden sich die Kosten einer Klage gegen die Bundesrepublik teilen. Bürgermeisterin Eveline Schön und die Amtsvorsteher Ulrich Rath, Hartmut Lehmann, Manfred Giesenberg und Norbert Pape unterzeichneten in Rechlin einen entsprechenden Vertrag.

40 000 Euro werden die fünf Parteien schultern, wenn es eine Klage für eine Anhörung zum Thema Bombodrom Kyritz-Ruppiner Heide geben sollte. Klagen wollen die Gemeinden Rechlin und Lärz. Die Kommunen, Kreise und das Land Mecklenburg-Vorpommern hatten bislang kein Mitspracherecht gehabt.

Und die Zeit scheint zu drängen, wie Hartmut Lehmann meinte: Der Bundesverteidigungsminister habe erst geäußert, nicht vor Juli eine Entscheidung über den Luft-Boden-Schießplatz zu fällen. "Wir haben jetzt jedoch Informationen, dass er nun sehr schnell entscheiden will."Das so genannte Bombodrom gilt mittlerweile als synonym für die Gefährdung von Natur und Tourismus.

Nordkurier-Neustrelitz

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