Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

21.02.2003
Kreis Demmin braucht größere Häuser für Asylbewerber - Vier Heime schließen - Bei Irak-Krieg droht Flüchtlingswelle


Von unserem Redaktionsmitglied Kirsten Gehrke

Demmin. Von den sieben Asylbewerberheimen im Landkreis Demmin müssen in naher Zukunft vier geschlossen werden. Das sagte gestern Vize-Landrat Thomas Disterheft in einem Pressegespräch. Grund ist eine neue Gemeinschaftsunterkunft-Verordnung. Danach können die Einrichtungen in Hinrichsfelde, Tarnow, Altentreptow und Schwarzenhof nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Das heißt: Sie sind zu klein. "Wir brauchen größere Unterkünfte", brachte es Disterheft auf den Punkt. Derzeit sei der Landkreis auf der Suche nach neuen Häusern, weil Unterkünfte mit einer höheren Kapazität rentabler seien. Hierzu werde in Zusammenarbeit mit dem Schweriner Innenministerium und dem Landesamt für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten ein Unterbringungskonzept für den Landkreis erarbeitet. "Jedes Gebäude, welches geeignet erscheint, ist mit einbezogen in die Untersuchung", stellte Disterheft klar. Er wollte aber keine konkreten Standorte nennen. Jedoch befürchtet er, dass bis Jahresende - bis dahin soll die neue Richtlinie umgesetzt sein - der Kreis nicht die nötigen Unterkünfte mit entsprechender Ausstattung aufgrund fehlender finanzieller Mittel schaffen kann.

Ausstattung mit Teeküche

Nach der neuen Verordnung sollen sich die Heime möglichst nahe am Stadtzentrum befinden. Sechs Quadratmeter im Zimmer müssen den Flüchtlingen zur Verfügung stehen. Zudem seien die Unterkünfte mit Teeküche, Sport-, Aufenthalts- und Fernsehräumen auszustatten.

Demnach werde sich auch in den verbleibenden Heimen in Malchin (2) und Zemmin die Kapazität auf 160 Plätze verringern. "Rund 300 neue Plätze müssen geschaffen werden", rechnete der Vize-Landrat vor. Selbst dann halte der Kreis noch nicht so viele Plätze vor, zu denen er laut Asylverfahrensgesetz verpflichtet ist. Wie Frank Rämisch, Sachgebietsleiter in der Ausländerbehörde, sagte, müsse Demmin eigentlich 520 Plätze vorhalten. Entsprechend seiner Einwohnerzahl habe der Kreis 5,6 Prozent der Asylbewerber aufzunehmen, die nach Mecklenburg-Vorpommern kommen.

Insgesamt sind die derzeit 438 Plätze in den sieben Asylbewerberheimen zu 80 Prozent ausgelastet. Derzeit zeichnet sich zwar ein rückläufiger Trend bei den Zuwanderungen ab. Aber das könne sich mit Ausbruch eines Krieges im Irak schnell ändern. Bisher kamen in diesem Jahr 29 Asylbewerber neu in die Region. Während 2001 der Kreis noch 196 Menschen aufnahm, waren es im Vorjahr 129. Die letzte große Flüchtlingswelle habe es 1995 mit dem Jugoslawienkrieg gegeben. "Was jetzt mit dem Irak wird, weiß ich nicht", sagte Rämisch. Eines wisse er aber: Iraker kämen hauptsächlich nach Mecklenburg-Vorpommern. Im Kreis Demmin leben zur Zeit 66 Leute aus dem Land am Golf.

Nordkurier-Demmin

diskutieren? auf ins Forum!