|
21.02.2003
Hellhörige Beamte - BGS ist auf Usedom aktiv
Insel Usedom. Kleine Ursache - große Wirkung: Eigentlich wollten die Beamten des Bundesgrenzschutzes (BGS) von einem 42-jährigen Letten bei der Ausreise über den Grenzübergang Ahlbeck nur eine plausible Erklärung, warum er sich über den genehmigten Zeitraum hinaus in Deutschland aufgehalten hatte. Doch die Erklärung, die sein deutscher Begleiter abgab, ließ die Grenzschützer aufhorchen, denn der Mann gab an, den Letten mit der Reparatur landwirtschaftlicher Geräte zu beschäftigen. Im Ergebnis setzte es nicht nur Anzeigen wegen unerlaubter Beschäftigung und Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt, außerdem wurden das Finanzamt und das Arbeitsamt in die weiteren Ermittlungen einbezogen. Und auch der lettische Staatsbürger musste die zu erwartenden Verfahrenskosten in Höhe von 300 Euro hinterlegen, bevor er nach Polen ausgewiesen wurde. Auch eine 34-jährige Landsmännin, die es mit der Aufenthaltsdauer nicht so genau genommen hatte, durfte erst nach einer Strafanzeige ausreisen.
Eine ziemlich unglaubwürdige Begründung gab ein polnischer Bürger an, der bei Ausreise eine fast neue Angel im Wert von 150 Euro dabeihatte: Angeblich hatte er sie im Sperrmüll gefunden. Die Beamten stellten das gute Stück deshalb sicher; der rechtmäßige Eigentümer kann sich bei der Anklamer BGS-Inspektion melden. Gleiches gilt auch für die Besitzer zweier Mountainbikes, die vermutlich in den Kaiserbädern gestohlen wurden. Die Räder hatte der polnische Grenzschutz in Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen sichergestellt.
Nordkurier-Usedom
|