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20.02.2003
Wehrmachtsschau kommt nicht nach Prora

Prora (OZ) Die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" wird in diesem Sommer nicht in Prora gezeigt. Reemtsma hat dem Vorstand der Stiftung "Neue Kultur" am Mittwoch per Fax mitgeteilt, dass sein Hamburger Institut für Sozialforschung keine Vertragsverhandlungen mit der Stiftung für den Standort Prora aufnehmen werden. Das teilte Klaus Kufner, Sprecher der Initiative "Pro Ausstellung", mit. Kufner setzt den Entschluss mit einer Vorentscheidung im Historikerstreit um die Bedeutung der KdF-Organisation gleich.

Ob die Ausstellung in Peenemünde gezeigt wird, ist noch nicht klar. Vertreter der Schweriner Staatskanzlei, des Hamburger Instituts und der Stiftung Neue Kultur besichtigen heute den Alternativ-Standort. Gegen die Schau in Prora waren Stimmen in Schwerin und auf der Insel laut geworden. Man befürchtete Krawalle rechter Protestierer und dadurch einen Imageverlust bei den Urlaubern.

Ostseezeitung-Rügen

20.02.2003
Wehrmachtsausstellung kommt nicht nach Prora - Verhandlungen abgesagt - Streit um Standort

Prora/Hamburg (dpa) Die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" kommt nicht nach Prora auf Rügen. Das Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS) werde keine Vertragsverhandlungen mit der Stiftung Neue Kultur für den Standort Prora aufnehmen, so der Sprecher der Rügen-Initiative Pro Ausstellung gestern. An diesem Mittwoch wollten sich Vertreter des Hamburger Instituts bei einer Begehung über den alternativen Ausstellungsort Peenemünde informieren.

Im Vorfeld hatte es darüber Streit gegeben, ob das von den Nazis geplante und zum Teil fertig gestellte "Kraft durch Freude"-Seebad Prora ein geeigneter Ort für die Ausstellung sei. Die Wehrmachtsausstellung dokumentiert die Verbrechen des deutschen Militärs in Ost- und Südosteuropa in den Jahren 1941 bis 1944 und zeigt mit Fotos, Dokumenten und Toneinspielungen die Verstrickung und systematische Beteiligung deutscher Soldaten an der Ermordung von Zivilisten und dem Holocaust.

Schweriner Volkszeitung

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