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19.02.2003
Schule könnte Asylheim werden - Erste Pläne für Berufsausbildungsstätte Jürgenstorf nach der Schließung im Gespräch

Von unserem Redaktionsmitglied Jens-Uwe Berndt

Jürgenstorf. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Im Falle der Schließung des Fachgymnasiums Jürgenstorf (der Nordkurier berichtete) sind es vor allem sich häufende Fragen. Ganz vorne an steht das Fragezeichen hinter der Aussage des Demminer Landrats Frieder Jelen (CDU), der Anfang Dezember vorm Kreistag versicherte, auf die Schüler warteten in Malchin verbesserte Unterrichts- und Lernbedingungen. "Wie denn, wenn die Sekundarstufe II auseinandergerissen wird?", fragte auf der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses des Kreistages CDU-Abgeordnete Hannelore Köhler. So sollen die 11. Klassen an der Malchiner Berufsschule, die 12. und 13. hingegen am Gymnasium unterrichtet werden. Es entstünden Wege, die nicht zuletzt zu Lasten des Unterrichts gingen.

Verwunderung zeigte Frau Köhler auch darüber, dass man zum neuen Schuljahr zwar fast 250 Schüler verlegen möchte - drei Klassen der Berufsfachschule gehören dazu - bis heute im Haushalt allerdings kein Cent für den Umzug eingestellt wurde. Immerhin gebe es Lehr-Material zu transportieren.

Und schließlich: Was wird aus dem riesigen Gebäude-Komplex in Jürgenstorf. Bleibt er leer, wäre das für die Gemeinde eine Katastrophe.

Wolfgang Raaz, Leiter des Regiebetriebes für Liegenschafts- & Gebäudemanagement des Landkreises, weiß, dass man den Umzug mit Beschäftigten der Kreisverwaltung bewerkstelligen möchte. "Innerhalb des Hause fallen keine Kosten an", sagt er. "Spezialleistungen im kleinen Umfang wie Chemiekalien-Transport haben wir im Plan." Bei Aussagen zur Zukunft des Hauses muss er jedoch passen. Darüber kann allein der Landrat Aussagen treffen, das ist also Chef-Sache.

Beherrschbare Probleme Frieder Jelen tut sich zunächst schwer mit einer Antwort, erinnert an frühere Pläne, dort eine Berufs-Schule für Behinderte etablieren zu wollen. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt er allerdings, dass der Jürgenstorfer Gebäude-Komplex neben Einrichtungen in Demmin und Altentreptow für ein zentrales Asylbewerberheim im Gespräch ist. Dabei führt Jelen den Landes-Erlass an, der Asylbewerbern mehr Wohnraumfläche zuspricht und der beinhaltet, dass entsprechende Unterbringungen nicht am Ortsrand, sondern innerhalb von Ortschaften anzusiedeln sind. "Dazu müssen wir bald eine Entscheidung treffen", sagt der Landrat. Diese soll aber unbedingt im Einvernehmen mit der Gemeinde erfolgen.

Und nicht zu vergessen die Unterrichts- und Lernbedingungen. Das ist wieder das Terrain von Wolfgang Raaz. "In der Übergangszeit wird es sicher den einen oder anderen Punkt geben, der zum Problem wird. Das dürfte aber beherrschbar bleiben", sagt Raaz. Die so genannte Spaltung der Sekundarstufe II sieht Raaz auch vor allen Dingen für die Lehrer mit Umständen behaftet. "Unter den höheren und niederen Klassenstufen gibt es sowieso nicht die Kontakte", ist seine Theorie. "Von daher werden die zwei unterschiedlichen Lehrgebäude kaum ins Gewicht fallen."

Nordkurier-Demmin

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