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19.02.2003
Schülergedanken finden im Rathaus positive Resonanz - "Tanzende Rollen" zeigen in Warin Empfindungen junger Leute
Warin Bunte Rollen "tanzen" im Wariner Rathaus. Die kleinen Kunstwerke enthalten Gedanken von Schülern. Über Liebe oder Gewalt ist da zu lesen oder es wurde ein rotes Herz gemalt.
Als "Tanzende Rollen" bezeichnet, entstanden sie in Zusammenarbeit zwischen dem Künstler Momade Rafik Usta, der 9. Klasse der Verbundenen Haupt- und Realschule Warin, dem Schulsozialarbeiter Bernhard Konkel und dem Verein "Toleranz und Demokratie - Miteinander leben und arbeiten".
Im Vorfeld wurde über solche Themen wie Fremdsein, Leben mit anderen Kulturen und Religionen, Zivilcourage, Gewalt gegen Ausländer etc. diskutiert. Am letzten Tag des Januars wurden die "Tanzenden Rollen" dann dank der Mithilfe des Bauhofes im Flur des Wariner Rathauses aufgehängt, hinzu kam von jedem Schüler ein Porträt mit einer kurzen Vorstellung und seinen Gedanken (die SVZ berichtete).
Nach fast zwanzig Tagen wollte SVZ nun wissen: Wie kommen die "Tanzenden Rollen" im Rathaus an? Die Mitarbeiter gehen täglich daran vorbei, sehen sie die Rollen überhaupt?
Cornelia Lüth, Mitarbeiterin des Bauamtes: "Ich bin begeistert, zum einen von der Präsentation überhaupt, dann aber auch von der Thematik, die ist sehr interessant, aber auch die Einstellung der Jugendlichen ist mehr als interessant. Also eigentlich kann man die Werke hier gar nicht übersehen. Nur schade, dass sich so wenig Besucher dafür interessieren", so Frau Lüth.
Kämmerer Joachim Kaiser denkt anders: "Ich konnte wartende Rathausbesucher vor den Rollen stehen und die Texte lesen sehen". Auch er findet diese kleine Ausstellung gut. Kollegin Christine Schrein ergänzte, dass es ihr persönlich gefällt, dass die Rollen in die Architektur des Flures passen. Sind sie doch immer links und rechts der tragenden Säulen angebracht, an denen auch die Bilder von den Jugendlichen hängen. Somit tanzen die Säulen den Mitarbeitern des Hauses nicht vor der Nase herum, zieren aber die kalten Eisensäulen.
Ganz überrascht war der Leitende Verwaltungsbeamte Dieter Habl. Er kam gerade erst aus dem Urlaub, wusste also von der ganzen Aktion noch gar nichts. Dann aber, in einer Frühstückspause nahm er sich die Brille mit hinunter und war sehr angenehm angetan.
"Ich hatte der Schule gegenüber schon über Jahre angeboten, über diese Themen, also Menschen in ihren Ländern, Ausländer bei uns, ihre verschiedenen Religionen etc. zu sprechen. Ich bin ja schon sehr viel in der Welt herumgekommen, habe andere Völker kennengelernt. Ich reise nicht nur, um mich zu erholen, sondern, um deren Kultur, Religionen und Traditionen kennenzulernen. Da könnte und würde ich gern mit jungen Leuten auch mal drüber diskutieren".
Dass dies der Schulsozialarbeiter nun mal auf diese Weise übernommen hat, findet Dieter Habl ausgezeichnet und er freut sich, dass das Ergebnis als Ausstellung im Rathaus veröffentlicht wurde. "Ich finde den Grundgedanken gut, ob sie nun in Form von Säulen, Bildern oder Dreiecken umgesetzt wird, ist ja egal", so Habl.
Kerstin Mauersberger
Schweriner Volkszeitung-Sternberg
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